Jemandem auf die Nerven gehen Beitragsbild
Was ist eigentlich ...?

Kulinarische Redewendungen: Auf den Keks gehen

In unserer deutschen Sprache finden wir ein breites Potpourri an verschiedenen Redewendungen, die nicht nur zur Verständigung dienen, sondern auch tief in der Kultur und Geschichte verwurzelt sein können. Sie bringen Abwechslung in unsere Kommunikation und reflektieren oft auf humorvolle Weise unseren Alltag. Eine besonders schmackhafte Kategorie sind die kulinarischen Redewendungen, zu denen auch das Sprichwort „auf den Keks gehen“ gehört. Doch was steckt hinter dieser Redewendung und woher kommt sie?

Was bedeutet „auf den Keks gehen“?

Der Ausdruck „auf den Keks gehen“ wird umgangssprachlich zum Ausdruck benutzt, dass jemand durch sein Verhalten stört oder nervt. Der „Keks“ symbolisiert hierbei metaphorisch die Geduld oder das Gemüt einer Person.

Der Ursprung der Redewendung

Glückskekse, Spekulatius, Space Cookies oder klassische Butterkekse – Kekse gibt es in den unterschiedlichsten Variationen. Der Ursprung dieser Redewendung liegt tatsächlich im Berliner Dialekt, in dem der Begriff „Keks“ nicht ausschließlich für das Gebäck verwendet wird, sondern auch als umgangssprachliche Bezeichnung für das Gesicht oder den Kopf einer Person dient. „Jemandem auf den Keks gehen“ bedeutet bildlich gesprochen, jemandem „ins Gesicht zu steigen“ oder „seine geistige Belastbarkeit“ zu beanspruchen. Diese Interpretation spiegelt den oftmals sehr direkten, aber auch humorvollen Charakter des Berliner Dialekts wider. Die Redewendung hat sich aus der alltäglichen Kommunikation in Berlin entwickelt und von dort aus im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet.

Ähnliche Ausdrücke in anderen Sprachen

Auch in anderen Ländern gibt es Redewendungen und Ausdrücke, die den Frust über das Verhalten anderer widerspiegeln, sich jedoch von unserer deutschen „Keks-Redewendung unterscheiden:

  • Englisch: Ein äquivalenter Ausdruck im Englischen wäre „to get on someone’s nerves.“ Während es hier zwar keine direkte kulinarische Komponente gibt, ist die Idee der Irritation und Störung sehr ähnlich.
  • Französisch: Im Französischen ist der Ton etwas rauer: hier sagt man „prendre la tête“, was wörtlich „den Kopf nehmen“ bedeutet, aber glücklicherweise nur umgangssprachlich verwendet wird, um auszudrücken, dass jemand lästig oder nervend ist. Es gibt auch den Ausdruck „casser les pieds“ (jemandem die Füße brechen), der eine ähnliche Frustration vermittelt.
  • Spanisch: Ein spanischer Ausdruck, der dem „auf den Keks gehen“ nahekommt, ist „tocar las narices“, was buchstäblich „die Nase berühren“ bedeutet und umgangssprachlich verwendet wird, um zu sagen, dass jemand nervt oder stört.
  • Italienisch: Im Italienischen verwendet man „rompere le scatole“, was wörtlich „die Kisten zerbrechen“ bedeutet. Verwendet wird es aber als Redewendung, um zu beschreiben, dass jemand nervt oder stört. Es gibt auch „prendere il cervello“, was „das Gehirn nehmen“ bedeutet und eine ähnliche Verwendung hat.

Neben „auf den Keks gehen“ gibt es zahlreiche andere kulinarische Redewendungen in der deutschen Sprache, die den Alltag würzen. Seid ihr auch schon mal fast „vom Fleisch gefallen“, hattet vielleicht „Tomaten auf den Augen“ oder wart schon mal eine „beleidigte Leberwurst“?

All diese Redewendungen zeigen, wie Essen und Sprache miteinander verwoben sind und wie Nahrungsmittel dazu dienen, unsere Emotionen und Erfahrungen auf anschauliche Weise auszudrücken.

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