Viele Gerichte aus der damaligen DDR werden auch heute noch in deutschen Küchen zubereitet.
Was isst man in ...?

Was hat man in der DDR gegessen?

Deutschland hat eine bunte Palette an traditionellen Gerichten und Rezepten, die sich von Norden bis Süden und von Westen bis Osten unterscheiden. Die Küche der ehemaligen DDR ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen kulinarischen Geschichte und hat einige unverwechselbare Leckereien hervorgebracht.

Doch leider rücken diese alten Gerichte vermehrt in den Schatten der modernen Küche – schade! Neben der beliebten Soljanka hat die DDR auch andere spezielle Gerichte zu bieten, die noch heute dem einen oder anderen Gaumen eine Freude bereiten. In diesem Artikel möchten wir unseren Lesern vier dieser Gerichte vorstellen.

Soljanka: Eine würzige, deftige Suppe mit Fleisch, Gemüse und Gewürzgurken

Wenn es ein Gericht gibt, das die ehemalige Küche der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) repräsentiert, dann ist es wohl die Soljanka. Diese deftige Suppe aus Fleisch, Gemüse und eingelegten Gewürzgurken ist ein wahrer Klassiker und wird auch heute noch gerne aufgetischt. Mit ihrem würzigen Geschmack ist sie eine wahre Gaumenfreude.

Für Soljanka benötigt man in der Regel folgende Zutaten:

  • 500 g gemischtes Fleisch (z.B. Rind, Schwein und Wurst)
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 Paprika
  • 2 Gewürzgurken
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Paprikapulver
  • 1 EL Öl
  • 1 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 2 Lorbeerblätter
  • Pfeffer und Salz
  • 1 Prise Zucker
  • Saure Sahne zum Servieren
  • Etwas Petersilie zum Garnieren

Und so wird die Soljanka zubereitet:

  1. Das Fleisch in kleine Würfel schneiden, Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Paprika in Würfel und Gurken in Scheiben schneiden.
  2. Öl in einem Topf erhitzen und das Fleisch darin scharf anbraten. Zwiebeln, Paprika und Gurken dazugeben und kurz mit braten.
  3. Tomatenmark und Paprikapulver hinzufügen und kurz anrösten, dann mit der Gemüse- oder Fleischbrühe ablöschen.
  4. Lorbeerblätter hineinlegen und die Soljanka einmal aufkochen lassen. Mit Pfeffer, Salz und einer Prise Zucker abschmecken.
  5. Die Soljanka für ca. 30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist und der Geschmack sich gut entfaltet hat.
  6. Lorbeerblätter herausnehmen und die Soljanka in tiefen Tellern servieren.
  7. Mit saurer Sahne und Petersilie garnieren.

Einige Köche nutzen die Vielfalt, die Soljanka bietet und variieren sie mit unterschiedlichsten Zutaten – je nachdem, was man gerade im Kühlschrank hat. So können auch Pilze oder Sauerkraut hinzugefügt werden. Beliebt ist auch die Variante mit Fisch oder Huhn statt Schweinefleisch.

Soljanka ist bis heute ein beliebtes und sehr verbreitetes Gericht in Deutschland.
Soljanka ist bis heute ein beliebtes und sehr verbreitetes Gericht in Deutschland. (Foto: Foto von Leo_65)

Kalter Hund – ein leckerer Kekskuchen mit Schokolade

Dieses traditionelle DDR-Rezept ist ein Muss für alle Schokoladenliebhaber! Der kalte Hund, auch bekannt als Keksmauer oder kalte Pracht, ist ein einfacher und dennoch köstlicher Kekskuchen, der mit nur wenigen Zutaten auskommt. Er besteht aus drei Schichten: Einer Keksbasis, einem Belag aus Butter und Zucker und gehackter Schokolade. Übrigens: Butter kann noch so viel mehr für uns tun, als nur zum Backen und Braten genutzt werden, wie diese fünf Fakten über Butter zeigen!

Für den kalten Hund sind folgende Zutaten erforderlich:

  • 250 g Butter oder Margarine
  • 200 g Puderzucker
  • 40 g Kakaopulver
  • 500 g Kekse oder Löffelbiskuits
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • Rum-Extrakt (optional)
  • 150 g Schokolade (z.B. Zartbitter)

Und so wird er zubereitet:

  1. Butter oder Margarine in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Puderzucker und Kakaopulver hinzufügen und gut verrühren.
  2. Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Eigelb zur Schokoladenmasse hinzufügen und gut verrühren.
  3. Optional einen Schuss Rum-Extrakt zur Schokoladenmasse hinzufügen.
  4. Die Schokoladenmasse dann mit dem Eischnee vorsichtig vermengen.
  5. Den Boden einer Kastenform mit einer dünnen Schicht der Schokoladenmasse bedecken.
  6. Keksstücke oder Löffelbiskuits sorgfältig in die Schokoladenmasse tauchen und damit den Boden der Form belegen.
  7. Die Keksstücke oder Löffelbiskuits sollten nicht zu lange in der Schokoladenmasse bleiben, damit sie nicht zu weich werden.
  8. Eine Schicht Schokoladenmasse auf die Keksstücke oder Löffelbiskuits geben und anschließend wieder eine Schicht Kekse oder Biskuits darauf legen. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis die Form vollständig gefüllt ist. Es ist darauf zu achten, dass nach der letzten, obersten Keksschicht oder Löffelbiskuitsschicht eine letzte Schicht Schokoladenmasse darauf kommt.
  9. Den kalten Hund im Kühlschrank für mehrere Stunden fest werden lassen.
  10. Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und auf den kalten Hund streichen.
  11. Den kalten Hund erneut im Kühlschrank aushärten lassen.
  12. Zum Servieren aus der Kastenform nehmen und in Scheiben schneiden.

Jagdwurstschnitzel mit Makkaroni und Tomatensoße – ein Klassiker

Eines unserer nächsten typischen DDR-Rezepte ist das Jagdwurstschnitzel mit Makkaroni und Tomatensoße. Dieses Gericht ist einfach zuzubereiten und schmeckt herrlich lecker. Zutaten sind dafür nur:

  • Jagdwurst
  • Makkaroni
  • Tomatensoße
  • Paniermehl
  • Salz und Pfeffer
  • Etwas Butter zum Anbraten

Zubereitung:

  1. Als Erstes werden die Makkaroni in kochendem Salzwasser al dente gekocht.
  2. Anschließend können die Jagdwurstscheiben paniert in einer Pfanne angebraten werden, bis sie goldbraun gebräunt sind.
  3. Jetzt die Tomatensoße in einem Kochtopf kurz aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Serviert wird das Jagdwurstschnitzel neben einer reichhaltigen Portion frisch gekochten Makkaroni.

Garniert mit der Tomatensoße, die sowohl über die Nudeln als auch über das Schnitzel gegossen wird. Der Geschmack der Soße passt perfekt zu den knusprig gebräunten Wurstscheiben.

Senfeier – Eine köstliche Tradition, die sich noch heute bewährt

Dieses schmackhafte und einfache Rezept hat viele Jahre überdauert und ist heute noch ein Favorit bei vielen Familien. Senfeier sind leicht zuzubereiten und bestehen aus Kartoffeln, Eiern, Zwiebeln, Milch und Senf – gelegentlich werden sie mit Speck serviert. Für eine besondere geschmackliche Note wird frisch geriebener Meerrettich unter die Soße gemischt.

Zutaten:

  • 6 Eier
  • 350 g Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 3 EL Öl
  • 2 EL Mehl
  • 500 ml Milch
  • 1 TL Senf
  • Salz und Pfeffer

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

  1. Zunächst werden die Eier hart gekocht und anschließend geschält.
  2. In der Zwischenzeit werden die Zwiebeln in kleine Würfel geschnitten und in Öl glasig gedünstet.
  3. Dann wird das Mehl hinzugefügt und alles gut verrührt.
  4. Nun wird peu à peu die Milch unter ständigem Rühren hinzugegeben, bis eine sämige Soße entsteht.
  5. Der Senf wird ebenfalls untergerührt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
  6. Zuletzt werden die hart gekochten Eier halbiert und in die Soße gelegt. Alles wird noch einmal kurz aufgekocht und dann heiß mit Kartoffeln serviert.
Senfeier können ganz leicht zubereitet werden und eignen sich ideal für einen kleinen Snack zwischendurch.
Senfeier können ganz leicht zubereitet werden und eignen sich ideal für einen kleinen Snack zwischendurch. (Foto: Foto von Morgane Perraud)

Fazit – Gerichte, die beim einen oder anderen alte Erinnerungen wecken!

Am Ende unseres Artikels können wir feststellen, dass die traditionellen Gerichte aus der DDR unglaublich vielfältig und lecker sind! Von herzhaften Suppen bis zu süßen Desserts ist für jeden Geschmack etwas dabei. Sie ermöglichen nicht nur eine köstliche Mahlzeit, sondern auch die Möglichkeit, die einzigartigen Aromen zu genießen.

Ob man sich nun für Jagdwurstschnitzel mit Makkaroni und Tomatensoße, kalten Hund oder Soljanka entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Doch eines ist klar: Diese Gerichte wecken bei dem einen oder anderen von uns Erinnerungen an eine vergangene Zeit.

Guten Appetit!

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