Was isst man in ...?

Was isst man in Österreich?

Die österreichische Küche wird oft mit Wiener Schnitzel, Tafelspitz und Kaiserschmarrn in Verbindung gebracht. Und diese Gerichte gehören tatsächlich zu den Klassikern. Doch die österreichische Küche ist weitaus vielfältiger, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Das rührt alleine daher, dass es keine einzige traditionelle Küche gibt – vielmehr variieren Speisen und kulinarische Gepflogenheiten je nach Bundesland. Durch die abwechslungsreiche und lange Historie Österreichs lassen sich zudem zahlreiche Gerichte finden, die aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie stammen. Einflüsse aus den Nachbarländer Böhmen, Norditalien oder Ungarn sind daher keine Seltenheit. Das bedeutet in Summe also, dass es viele unterschiedliche Speisen zu probieren gibt. Wir haben eine kleine kulinarische Reise durch Österreich zusammengestellt und verraten dir, welche typischen Spezialitäten dich erwarten.

Welche Suppen isst man in Österreich?

Suppen sind in Österreich sehr beliebte Vorspeisen und haben daher ihren fixen Platz auf zahlreichen Speisekarten. Bei einer so guten Auswahl ist das aber kein Wunder – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Nachstehend haben wir einige typische Suppen zusammengefasst:

  • Grießnockerlsuppe: Kleine Knödel aus Hartweizengrieß, Eiern und Butter – das sind die sogenannten Grießnockerl. Diese werden für die Suppe mit Muskat gewürzt und in eine Brühe gegeben. Serviert wird das Gericht mit etwas Schnittlauch. Diese Suppe ist übrigens auch in Bayern bekannt.
  • Eierschwammerlsuppe: Unter „Eierschwammerl“ verstehen die Österreicher Pfifferlinge. Diese stammen meist aus den regionalen Wäldern und haben im Spätsommer bzw. Frühherbst Saison. In Österreich geht man auch gerne selbst „Schwammerl suchen“. Sie werden mit Zwiebeln und Petersilie in Butter gedünstet, in eine Brühe gegeben und mit Sauerrahm verfeinert.
  • Erdäpfelsuppe: Hinter dem Begriff „Erdapfel“ verbirgt sich in Österreich die Kartoffel – daher ist hiermit eine Kartoffelsuppe gemeint. Die Suppe wird mit Zwiebeln, Speck und eventuell etwas Paprika zubereitet und mit Lorbeer und Pfeffer gewürzt.
  • Frittatensuppe: „Frittaten“ sind wiederum Pfannkuchen, die aus einem flüssigen Teig gebacken und anschließend in Streifen geschnitten werden. Die Frittaten werden in Rinderbrühe gegeben und direkt serviert.

Diese Hauptgerichte sind typisch für Österreich

Die Hauptgerichte in Österreich sind meist deftig und fleischhaltig. Als Beilage werden oft Sauerkraut und Knödel gegessen. Durch den Einfluss der Küchen der Nachbarländer sind die Hauptspeisen Österreichs aber auch sehr abwechslungsreich. Es gibt zum Beispiel auch viele vegetarische Traditionsgerichte und auch Süßspeisen werden in der Alpenrepublik nicht selten als Hauptspeise gegessen. Im Folgenden präsentieren wir dir ein paar typische Hauptgerichte.

  • Wiener Schnitzel: Das Wiener Schnitzel ist womöglich die bekannteste Speise Österreichs. Allerdings darf es sich nur dann auch wirklich „Wiener Schnitzel“ nennen, wenn es aus Kalbfleisch hergestellt wurde. Ansonsten kommt es oft als „Schnitzel Wiener Art” auf der Speisekarte daher. Das bedeutet nichts anderes, als dass es aus Schweinefleisch besteht. Zu den weiteren Zutaten gehören Mehl, Eier und Semmelbrösel, in denen das dünn geklopfte Fleisch gewendet und gebraten wird. Als Beilage bieten sich Reis und Kartoffeln an, sowie ein Klecks Preiselbeermarmelade.
Wiener Schnitzel mit sogenanntem Erdapfelsalat ist der Klassiker schlechthin.
Wiener Schnitzel mit sogenanntem Erdapfelsalat ist der Klassiker schlechthin. (Foto: DominikSchraudolf | pixabay.com)
  • Tafelspitz: Ein weiteres altbekanntes Gericht aus Österreich ist der sogenannte Tafelspitz. Dazu wird der hintere Teil der Rinderhüfte in einer Brühe gekocht und schließlich in Scheiben mit etwas abgeseihter Brühe serviert. Dazu passt der traditionelle Semmelmeerrettich – in Österreich bekannt als „Kren”. Ebenso lassen sich die Österreicher dazu Kartoffeln und Gemüse schmecken.
  • Tiroler Gröstl: Das Tiroler Gröstl ist das „Reste-Essen“ schlechthin, denn hierfür lässt sich allerlei Übergebliebenes perfekt verarbeiten. Dazu wird Schweinefleisch in kleine Stücke geschnitten, mit Kartoffeln und Zwiebeln in zerlassener Butter angebraten und mit Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel und Petersilie gewürzt. Dazu wird ein Spiegelei gereicht. In österreichischen Restaurants hat man übrigens oftmals die Möglichkeit, zwischen einer Vielzahl an Fleischsorten auszuwählen.
  • Beuschel: „Beuschel“ bezeichnet ein Ragout aus Innereien wie Lunge, Herz, Milz, Niere und Zunge vom Kalb, Rind, Schwein oder Wild. Hinzugegeben werden Essig, Zucker, Salz, Pfefferkörner, Lorbeerblätter sowie Zwiebeln. Serviert wird das Gericht mit Sauerrahm und Semmelknödeln.
  • Gulasch: Das allseits beliebte Gulasch stammt ursprünglich aus Ungarn und kam Anfang des 19. Jahrhunderts nach Wien. Es besteht aus magerem Rindfleisch, das in Würfel geschnitten und mit reichlich Zwiebeln und Wasser gekocht wird, bis das Fleisch weich ist. Mithilfe von Mehl wird die Soße gebunden. Der ganze Vorgang dauert mehrere Stunden. Anschließend wird das Gericht mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Majoran, Kümmel und einem Schuss Essig abgeschmeckt.
Gulasch kann sowohl als Hauptgericht als auch als Suppe serviert werden.
Gulasch kann sowohl als Hauptgericht als auch als Suppe serviert werden. (Foto: RitaE | pixabay.com)
  • Schinkenfleckerl: Dieses wunderbar einfache Gericht besteht im Grunde genommen aus Pasta mit Schinken, der in kleine Stücke geschnitten wird. Zwiebeln und eine Béchamel-Soße oder Sahne ergänzen die Speise. Alle Zutaten werden sodann in eine Pfanne gegeben, angebraten und anschließend gerne im Ofen noch mit einer Schicht Käse überbacken. Das Gericht gibt es auch als vegetarische Variante – dann nennt es sich „Krautfleckerl”. Wie der Name schon verrät, wird hierbei statt Schinken Kraut verwendet.
  • Eiernockerl: Für diese vegetarische Speise werden Eier, Mehl, Salz und Wasser zu einem glatten Teig vermengt. Mit einem Löffel sticht man sodann kleine Nockerl aus, die in heißem Salzwasser zirka zwanzig Minuten kochen dürfen. Angerichtet wird dieses Gericht mit weiteren Eiern, Schnittlauch und teils auch Zwiebeln. Dazu passt frischer Salat.
  • Steirisches Wurzelfleisch: Bei diesem deftigen Klassiker, der speziell in der Steiermark auf die Teller kommt, handelt es sich um gekochten Schweinskopf mit Gemüse. Dazu werden Kartoffeln und Kren (Meerrettich) serviert.
  • Kaspressknödel: Kaspressknödel sind flachgedrückte Semmelknödel mit Käse. Es sollte hierfür ein kräftiger Käse gewählt werden, der reichlich Geschmack hat. Die Knödel werden als Suppeneinlage benutzt oder für ein Hauptgericht in Butterschmalz ausgebacken und mit Sauerkraut serviert.
  • Altwiener Zwiebelrostbraten mit Braterdäpfeln: Dazu wird ein Stück Rostbraten im Ofen gedünstet bis es butterweich ist. In die Soße kommt ein Schuss Rotwein. Salz, Pfeffer und Knoblauch runden den Geschmack ab. Zum Schluss werden geröstete Zwiebeln als Topping auf dem Fleisch verteilt. Braterdäpfel, also Bratkartoffeln, ergänzen das Gericht.
  • Frankfurter Würstel: Kurios, aber wahr: Was die Deutschen als Wiener Würstchen kennen, sind in Österreich die Frankfurter Würstel. Üblicherweise werden diese paarweise serviert – ein einzelnes Frankfurter Würstel heißt hingegen „Einspänner”. Zudem gibt es in Österreich eine Variante mit Käse-Füllung namens Käsekrainer.
  • Leinölerdäpfel: Dieses vegetarische Gericht stammt aus dem Mühlviertel, jenem Landstrich zwischen der Donau und der tschechischen Grenze im Norden Oberösterreichs. Leinölerdäpfel und weitere typische Speisen kann man in Hauben-Qualität im Mühlviertel probieren, oder direkt selbst zubereiten. Hierfür werden Kartoffeln gekocht, blättrig geschnitten und mit Milch und Obers aufgekocht. Gewürzt wird mit Salz und Pfeffer und ganz zum Schluss wird noch etwas Sauerrahm untergerührt. Verfeinert wird das Gericht mit Leinöl und wer möchte, streut auch noch Leinsamen und etwas Schnittlauch obendrauf.

Nachspeisen: Jetzt wird es süß

Bei den Nachspeisen geht es in Österreich wirklich süß zu! Das Tolle daran: Manche der Mehlspeisen werden sogar in größerer Portion als Hauptgericht serviert. Ein kurzer Überblick:

  • Sachertorte: Bereits im 19. Jahrhundert erfand Franz Sacher das Rezept für die beliebte Schokoladentorte. Sie besteht aus Schokoladenteig, Aprikosenmarmelade und wird mit fester Schokoladenglasur verziert. Dazu wird oft noch ein wenig „Schlagobers” (Sahne) serviert.
Die Sachertorte ist ein wahrer Traum für Schokofans
Die Sachertorte ist ein wahrer Traum für Schokofans! (Foto: Leqi (Luke) Wang | unsplash.com)
  • Linzer Torte: Dieses traditionelle Gebäck ist eine Art Mürbeteigkuchen, welcher mit eingemachten Früchten und gehackten Nüssen belegt wird und mit einem Gitter aus dünnen Teigstreifen bedeckt ist. Benannt ist die Torte nach der Stadt Linz in Oberösterreich.
  • Apfelstrudel: Dieser Strudel wird von vielen für eine deutsche Erfindung gehalten, tatsächlich kommt das beliebte Dessert jedoch aus Österreich. Das Einzigartige daran ist der besonders dünne Strudelteig, der während der Zubereitung langgezogen wird. Befüllt wird er mit Äpfeln, Rosinen, Zimt und Zucker.
  • Kaiserschmarrn: Diese leckere Süßspeise besteht aus einem dicken Pfannkuchen, der schon während der Zubereitung in der Pfanne in kleine Stückchen geteilt wird. Besonders beliebt ist Kaiserschmarrn mit Puderzucker oder frischen Früchten.
  • Palatschinken: Für diese berühmte Mehlspeise wird ein sehr dünner Teig aus Mehl, Milch und Eiern in der Pfanne ausgebacken und anschließend mit verschiedenen Füllungen verfeinert. Je nach Geschmack kann man die Pfannkuchen so etwa mit Marmelade, Fruchtsalat, Schokocreme, Eis oder vielem mehr füllen.
  • Germknödel: Diese großen, dicken Hefeteigknödel sind auch bekannt als „süße Klöße”. Sie werden mit Pflaumenmus (Österreichisch: Powidl) gefüllt, mit Vanillesoße serviert und mit Mohn bestreut.
Germknödel sind auch in Bayern weit verbreitet und dürfen nicht auf dem Weihnachtsmarkt fehlen.
Germknödel sind auch in Bayern weit verbreitet und dürfen nicht auf dem Weihnachtsmarkt fehlen. (Foto: RitaE | pixabay.com)
  • Marillenknödel: Für diese böhmisch-österreichische Speise werden entkernte Marillen (Aprikosen) in eine Teigkugel gesteckt und gekocht. Anschließend werden sie in Semmelbröseln gewälzt. Zum Schluss kommt noch Puderzucker obendrauf und schon ist das leckere Dessert fertig.
  • Gugelhupf: Diesen Kuchen aus der typischen Kranzform kennt man auch in Deutschland: der Gugelhupf! Er besteht aus einer Rührmasse und ist oft marmoriert. Auch die Variante mit Rosinen ist weit verbreitet.

Was trinken die Österreicher am liebsten?

Nicht nur die österreichischen Gerichte sind einzigartig, sondern es gibt auch ein paar Getränke, die in der Alpenrepublik besonders beliebt sind. Dazu zählen bei den antialkoholischen Getränken insbesondere Kräuterlimonaden, der alkoholfreie Traubenmost, der beim Pressen der Trauben entsteht, Spezi und Schiwasser. Im Bereich der alkoholischen Getränke wird sich meist auf Bier, Wein und Edelbrände beschränkt.

  • Spezi: Wer dieses Getränk im Restaurant bestellt, bekommt eine 1:1-Mischung aus Cola und Orangenlimonade.
  • Schiwasser: Besonders beliebt auf Skihütten, besteht dieser Klassiker aus Himbeersirup, Zitronensaft und Wasser. Auch eine alkoholische Variante ist möglich.
  • Bier: Österreich gehört zu jenen Nationen mit dem höchsten Bierkonsum. Im Ausland ist jedoch selten bekannt, dass in Österreich auch zahlreiche Biere selbstgebraut werden. Es soll bis zu 1000 verschiedene Biersorten geben, die in rund 170 Brauereien hergestellt werden. Kein Wunder also, dass Bier ziemlich weit oben auf der Beliebtheitsskala steht.
  • Wein: Seit bereits 2000 Jahren wird Wein in Österreich angebaut – insbesondere der Osten des Landes eignet sich aufgrund seiner klimatischen Bedingungen gut für die Reben. Dazu sollte man insbesondere beim „Heurigen“, also in jenen Lokalen, in denen Wein ausgeschenkt wird, bzw. auf Hütten mit den folgenden drei Kategorien vertraut sein: „Sturm” (Wein in Gärung), „Staubiger” (Wein am Ende der Gärung) und „Heuriger” (Jungwein, den es nur zum Ende des Jahres gibt).
  • Edelbrände: Edelbrände sind der krönende Abschluss des Essens und werden nach der Mahlzeit für „eine bessere Verdauung“ bestellt. Gern getrunken werden Marillen-Obstbrand oder aber auch Brände aus Kräutern, Enzianwurzeln oder Vogelbeeren.
  • Kaffee: Kaffee gehört zu den wichtigsten Getränken Österreichs. Seit dem 17. Jahrhundert findet man hierzulande bereits Kaffeehäuser, die mittlerweile sogar bereits von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe ernannt wurden. Früher galten sie als Treffpunkt für Künstler und Literaten. Das Ambiente ist meist schlicht, dennoch stilvoll und gemütlich – da wundert es einen nicht, dass hier früher das stundenlange Verweilen mit Zeitungen, Literatur und Gesprächen üblich war. Was du unbedingt in einem Kaffeehaus probieren musst? Melange! Das ist nämlich die bekannteste Kaffeespezialität Österreichs. Dabei handelt es sich um eine 1:1-Mischung aus mildem Espresso und heißer Milch. Getoppt wird diese Spezialität mit ein wenig Milchschaum.

Wir wünschen – wie der Österreicher sagen würde – “an Guadn” und “Moizeit”!

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