Hafer, Soja, Reis & Co. – Die gängigsten Milchalternativen im Vergleich
Wusstet ihr schon... ?

Hafer, Soja, Reis & Co. – Die gängigsten Milchalternativen im Vergleich

Die einen möchten sich vegan ernähren und vollkommen auf tierische Lebensmittel verzichten, andere vertragen keine Laktose. Eine Alternative zur Kuhmilch kommt nach und nach für immer mehr Menschen in Frage. Doch welche Milchalternativen gibt es und was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Sorten? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um Hafer-, Soja-, Reisdrink & Co.

Welche Milchalternativen gibt es überhaupt?

Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Alternativen zu tierischer Milch. Bekannte Beispiele sind unter anderem Soja-, Hafer-, Reis- oder verschiedene Nussmilchsorten. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile und unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander in der Herstellung und in Sachen Geschmack. Wir haben die wichtigsten Fakten für euch zusammengetragen:

Sojamilch

 Die altbekannte Sojamilch findet sich schon seit Jahren bei uns im Supermarktregal. Zunehmend sogar als Lightversion, mit Schokoladen- oder Vanillegeschmack. Der ursprüngliche Sojadrink entsteht bei der Pressung von Sojabohnen zu Sojaöl. Diese Milchalternative ist eine wunderbare Proteinquelle und besitzt viele Ballaststoffe, Vitamine (B und E) und Lecithin.

In einigen Punkten wird Sojamilch allerdings auch heftig kritisiert. Da für die Sojaherstellung insbesondere in Südamerika große Flächen Regenwald gerodet werden, sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Sojaprodukte aus Europa stammen. Tests zeigen zudem, dass Sojamilch teilweise gentechnisch verändert oder mit Nickel belastet ist. Auch hier kann man im Supermarkt auf die entsprechenden Hinweise achten und möglichst auf Sojaprodukte mit Bio-Qualität zurückgreifen.

Hafermilch

Hafermilch gilt als der ökologische Vorreiter unter den Milchalternativen. Bei der Herstellung werden Haferkörner geschrotet, in Wasser aufgekocht und anschließend fermentiert. Häufig werden noch Enzyme ergänzt, um den Geschmack zu verbessern und gleichzeitig die Stärke des Getreides in Zucker umzuwandeln.

Der dabei entstandene Haferdrink eignet sich perfekt zum Aufschäumen und kommt daher in verschiedenen Kaffeevarianten zum Einsatz. Auch aus ökologischer Sicht liegt Hafermilch vor seiner Konkurrenz. Denn der benötigte Hafer wird auch bei uns in Deutschland angebaut und oftmals sogar aus ökologischer Landwirtschaft gewonnen.

Nussmilch

In den USA ist die Mandelmilch schon lange Trend und ungefähr so beliebt wie die Sojamilch hierzulande. Neben dem populären Mandeldrink gibt es auch Alternativen aus Haselnuss oder Cashewkernen. Mit ihrem nussigen Geschmack eignen sich diese Milchvarianten besonders gut zum Backen von Keksen, Kuchen oder anderen Leckereien. Mandelmilch kann auch einfach selbst hergestellt werden:

  1. Mandeln (ca. 1 Tasse) über Nacht in Wasser einweichen.
  2. Das Wasser abgießen und die Mandeln abspülen.
  3. Die Mandeln kommen mit drei Tassen frischem Wasser und wahlweise ein paar Dattel oder Honig zum süßen in einen Mixer und werden auf höchster Stufe für etwa zwei Minuten gemixt.
  4. Die Flüssigkeit durch einen Nussmilchbeutel oder alternativ durch ein feines Tuch gießen um die Rückstände der Mandeln auszusieben.
  5. Und fertig ist die eigene Mandelmilch! Im Kühlschrank hält der Drink 2-3 Tage in einer sterilen Flasche.

Mandeln stammen größtenteils aus Kalifornien und werden dort in riesigen Monokulturen angebaut. Da in den Anbaugebieten ein heißes Klima herrscht, braucht man große Mengen Wasser um die Mandelbäume zu versorgen.  Für die Herstellung von einem Liter Mandelmilch aus kalifornischen Mandeln wird somit 17 mal mehr Wasser verbraucht, als für einen Liter Kuhmilch.

Reismilch

Wem Soja-, Nuss- oder Hafermilch zu viel Eigengeschmack hat, der ist bei der Reismilch an der richtigen Adresse. Denn dieser Drink ist im Vergleich zu anderen Milchalternativen relativ geschmacksneutral. Ein weiterer Vorteil dieser Milchvariante ist, dass Reismilch laktose- und glutenfrei und so besonders für Allergiker gut geeignet ist.

Hergestellt wird Reismilch meist aus Vollkornreis, der zunächst gemahlen und mit Wasser gekocht wird. Anschließend wird die Mischung vermaischt und bekommt so eine eigene Süße. Punktabzug gibt es allerdings in der Umweltbilanz: Denn leider verbraucht der traditionelle Nassreisanbau sehr viel Wasser.

Sind Milchalternativen gesünder als Kuhmilch?

Stellt sich nun die Frage ob pflanzliche oder tierische Milch gesünder ist. Wobei hier die Expertenmeinungen und Studienergebnisse auseinander gehen. Fest steht: Kuhmilch und auch Milchprodukte enthalten hohe Mengen Calcium, Proteine, Vitamine der B-Gruppe sowie Folsäure, Jod, Magnesium und Zink. Auch der Vitamin A, D und E Gehalt ist bei tierischer Milch hoch.

Verschiedene Langzeitstudien belegen, dass pflanzliche Proteine gesünder sind und für ein längeres Leben sorgen, als tierische Proteine. Fakt ist, bei pflanzlicher Milch ist der Wasseranteil deutlich höher als bei Kuhmilch, wodurch die veganen Drinks auch deutlich weniger Kalorien enthalten. Da viele der Milchalternativen allerdings durch das Erhitzen und Kochen nur noch wenig eigene Nährstoffe haben, müssen diese vom Hersteller oftmals nachträglich hinzugefügt werden.

Wie umweltfreundlich sind Milchalternativen?

Kuhmilch aus Massentierhaltung schadet der Umwelt und dem Klima, da für die Futtermittelherstellung und Haltung der Tiere große Mengen Kohlendioxid freigesetzt werden. Ein Liter Kuhmilch erzeugt demnach so viel Kohlendioxid, wie auch die Verbrennung von einem Liter Benzin.

Bei der Erzeugung von pflanzlichen Milchalternativen entstehen dagegen deutlich weniger Treibhausgase. Allerdings werden bei der Herstellung bestimmter Sorten (insbesondere Mandel- und Reismilch) große Mengen Wasser verbraucht und die Ökobilanz ist mitunter schlechter als die tierischer Milch.

Fazit

Ob nun Kuhmilch oder die pflanzlichen Alternativen letztendlich besser sind, lässt sich nicht eindeutig sagen. Denn sowohl bei Geschmack und Herstellung als auch beim Thema Umwelt unterscheiden sich die Milchalternativen deutlich voneinander. Um möglichst gesund und umweltbewusst zu leben sollte man daher besonders auf die Herkunft und auch Inhaltsstoffe der Drinks zu achten.

Photo by dhanya purohit on Unsplash

 

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