Fondue - vielseitiger als wir denken
Was ist eigentlich ...?

Fondue: vielseitiger als wir denken

Jedes Jahr wird zu festlichen und geselligen Anlässen, wie zum Beispiel Weihnachten und Silvester, das beliebte Fondue-Set aus dem Schrank geholt. Egal ob Käsefondue, Schokofondue, Fondue mit Brühe (Fondue chinoise, Feuertopf, Fondue orientale) oder mit Öl/Schmalz (Fondue bourguignonne). Die Bandbreite ist groß und die Optionen an Zutaten unbegrenzt.

Wie der Abend mit den Liebsten in Verbindung mit Fondue gelingt, es nicht nur als zeitintensive Überbrückung bis Neujahr gilt, man möglichst wenig Fettgeruch in der Wohnung verteilt und der Hunger den Ungeduldigen nicht die Laune verdirbt haben wir für euch zusammengefasst.

Wissen zum Angeben: Woher kommt das Fondue?

Woher das Fondue eigentlich stammt ist schwer zu sagen. Das Wort Fondue ist französisch und bedeutet „geschmolzen“. Fonduta ist aber wiederrum ein Gericht, welches aus Italien stammt und aus geschmolzenem Käse besteht. Es gibt sogar Nachweise, dass selbst die alten Griechen ein zumindest Fondue-ähnliches Gericht hatten, bestehend aus geriebenen Ziegenkäse, Wein und Weissmehl. (Das geht aus dem 11. Gesang von Homer Odyssee hervor, in dem ein solches Gericht beschrieben wird). Laut Erzählungen hat natürlich auch die Schweiz ihren Anteil an der Fondue Geschichte. Angeblich haben sich die Mönche früher das Fondue überlegt, die während der Fastenzeit keine feste Nahrung zu sich nehmen durften und mit dem Käse-Fondue diese Regelung umgingen. Im asiatischen Raum ist das Fondue unter dem Namen Feuertopf oder Fondue chinoise seit ewiger Zeit Teil der traditionellen Küche, vor allem in China.

Einige Länder sind der Ansicht das Fondue käme von ihnen, aber sind wir mal ehrlich… flüssiger Käse oder kleine Happen zum selbst Garen… da kann nicht nur eine Person oder eine Nation darauf kommen. Dafür ist es viel zu lecker.

Welche Ausstattung wird für Fondue benötigt?

Die Wahl des Topfes ist tatsächlich zweitranging. Es geht eher um die Handhabung beim Reinigen und hier gewinnt Stahl vor Stein, vor allem beim Käsefondue. Gusseisen und Edelstahl leiten die Wärme auch am besten weiter. Am authentischsten ist ein Fondue-Gerät, welches auf offener Flamme den Topf erwärmt. Diese Geräte sind mit einem Brenner ausgestattet, der mit Spiritus oder Brennpaste (ist hier die bessere Wahl da es keinen so starken Eigengeruch hat) gefüllt wird.

Für Fondue mit Öl, Schmalz oder Brühe gilt jedoch: Die Flamme sollte nicht zu hoch eingestellt werden, damit der Inhalt des Topfes nicht zu heiß wird. Der Inhalt muss sanft köcheln und nicht die Gäste treffen. Tipp: So ist es nochmal unwahrscheinlicher, dass der Inhalt spritz.

Wer keine offene Flamme möchte, der greift einfach zu der elektrischen Version. So können problemlos die Temperaturstufen reguliert werden und er ist immer einsatzbereit. Kein Nachkaufen von Brennmaterial.

Wer gerne mehr Personen am Tisch sitzen hat, greift auch lieber direkt zu einem Topf mit einem größeren Volumen. Noch besser ist es jedoch, mehrere kleine Geräte über den Tisch zu verteilen, so kommen alle gut an den Topf und es können leichter mehrere Personen ihr Essen zubereiten. Für jeden Gast sollten mindestens zwei Fondue Gabeln bereit liegen. Alternativ gibt es vor allem bei der chinesischen Variante auch kleine Körbchen, in denen die Zutaten noch leichter gegart werden können und auch nicht im Topf-Inhalt verschwinden. Und man kann Zutaten aus dem Inhalt sehr leicht wieder angeln.

Bei Geschirr kannst du im Raclette Style einfach alle Zutaten in kleinen Schälchen bereitstellen. Wer es außerdem nicht leiden kann, wenn sich am Teller Dips, Zutaten und Salate vermischen greift zu Fondue Tellern. Diese haben kleine Mulden und Abtrennungen, in denen alles seinen Platz findet.

Für welche Art von Fondue man sich jetzt entscheidet liegt ganz bei einem selbst. Welche gibt es und worauf kommt es an?

Käsefondue

Für das Käsefondue eignen sich eigentlich alle Hartkäsesorten. Meist hängt die Wahl des Käses vom Rezept ab, für welches man sich entschieden hat und von der Herkunft des Rezeptes. Hierzu können ganz verschiedene Brotsorten gereicht werden und sorgen für Abwechslung. Im Netz gibt es hierzu tolle Zusammenfassungen welche Käsefondue-Sorten es eigentlich so gibt.

Fondue mit Öl oder Schmalz – Fondue bourguignonne

Als erstes sollte ein Öl mit einem hohen Rauchpunkt gewählt werden, das kann helfen, dass sich der Geruch von Öl und Gebratenen nicht bis in das Neujahr in Sofa etc. hält. Vor allem raffiniertes Rapsöl und Sonnenblumenöl eigenen sich hierfür. Vorteil bei diesen Ölen ist auch, dass sie keinen Eigengeschmack haben. Es eignet sich jedoch Kokosfett oder Butterschmalz. Bitte keine kaltgepressten Öle oder Butter verwenden.

Die Menge deines Öls bzw. Inhalt richtet sich nach der Anzahl der Personen. Für 6 Personen werden ungefähr 1 Liter Öl oder 1 kg Fett gerechnet. Hier aber bitte auf die Topfgröße achten und die Angaben als Richtwert betrachten. Wird der Topf bis zum oberen Rand befüllt, kann das Fett schneller herausspritzen.

Fondue mit Brühe – Fondue chinoise, Feuertopf, Fondue orientale
Viele Bezeichnungen für die gleiche Art des Fondues. Der größte Unterschied zum Fondue mit Fett ist, dass keine braune Kruste ergibt. Das Garen in Brühe ist jedoch schonenderfür das Gargut, leichter bekömmlich. Vor allem hier muss jedoch auf die Wahl des Fleischs geachtet werden. Für die Brühe eignet sich am besten Gemüsebrühe oder Fond. Die Brühe kann auch nach Belieben noch verfeinert werden mit Ingwer, Knoblauch, Chili oder Sojasauce. So kommt der Ursprung aus dem asiatischen Raum mehr zu Geltung. Für Fondue mit Fisch oder Meeresfrüchten kann auch Gemüsebrühe mit Weißwein kombiniert werden. (Winzer Fondue)
Fleischbrühe kann alternativ auch mit Rotwein gemischt werden, dies geschieht dann zu zwei nahezu gleichen Teilen.

Für 6 Personen werden ca. 1 bis 1,5 Liter Brühe benötigt.
Das Beste an diesem Fondue: Es kann bis zum Ende aufgebraucht werden. Am Ende kann in die Brühe noch Weißwein oder Sherry und asiatische Nudeln gegeben werden und man erhält „shabushabu“, ein tolles japanisches Gericht.

Das passende Fleisch zum Fondue

Bei Fondue mit Brühe sollte man eher zu einem Filet greifen. Aber auch durchwachsene Stücke oder mit Fett durchzogene (damit es nicht so schnell austrocknet) eignen sich hervorragend, diese bleiben saftig. Das Fleisch dann am besten in Würfel schneiden und nicht in Scheiben, da diese sehr schnell zäh werden. Klein geschnittenes Maispoularden-Filet oder klein geschnittene Entenbrust (ca. 0,5 cm – 1 cm dick) machen das Geschmackerlebnis perfekt.

Für Fondue mit Öl oder Fett eignen sich eigentlich alle mageren Fleischsorten die eine kurze Garzeit haben. Wer es mag, kann auch gerne zu Innereien, wie Leber und Herz greifen.
Generell sollte man natürlich bei jeder Mahlzeit mit Fleisch auf die Qualität und Herkunft des Fleischs achten. Dies gilt auch hier.

Oder doch mal Fisch statt Fleisch zum Fondue?

Als Fischsorten eignen sich besonders gut feste Fischsorten. Zander, Seeteufel, Seezungenfilets oder Lachs bieten sich beispielsweise an. Auch lecker: Garnelen oder küchenfertige Tintenfische. (Garnelen sollte dann schon ohne Schale bereitstehen und ebenfalls ungekocht sein)

Welches Gemüse eignet sich für Fondue?

Hier ist alles erlaubt was schmeckt: Besonders gut zum Garen auf der Fondue-Gabel eignen sich feste Gemüsesorten wie zum Beispiel Champignons, Paprika, Zwiebeln usw.
Lauch oder klein geschnittener Sellerie sind auch super geeignet, hier jedoch sollten dann aber Fondue-Besteck bereit gestellt werden mit einem kleinen Körbchen. Hier kann dann individuell mehr gemischt werden.
Als grobe Einordnung wie viel Gemüse pro Person benötigt werden gilt: 150 g pro Person.
Hier kommt es jedoch ganz darauf an wie viele Beilagen noch gereicht werden.

Beilagen beim Fondue?

Die Beilagen sind besonders wichtig für die hungrigen Gäste, deren Geduld beim eigenen garen dünn werden kann. Nebenbei zu snacken gehört mit zum Fondueerlebnis und kann auch die Wartezeit überbrücken.

Ein bisschen Brot, Dips, Rohkost, getrocknete Tomaten, Oliven und verschieden eingelegte Zwiebeln. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ihr kennt eure Gäste am besten und wisst auf was sie sich am meisten freuen!
Im Internet ist die Auswahl an Rezepten für Fondue quasi unbegrenzt und alleine das stöbern nach Rezepten lässt den Magen knurren.

Photo by angela pham on Unsplash

Julia unterstützt seit September 2019 die Redaktion von speisekarte.de. Begründet durch ihr Interesse an Nährstoffen und an einer ausgewogenen Ernährung bringt sie sich mit ihrem Wissen und Leidenschaft in den Blog ein. Darüber hinaus betreut sie unsere Kooperationspartner und freut sich über einen aktiven Austausch.

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