Nachhaltigkeit beim Fischkauf
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Nachhaltigkeit beim Fischkauf

Der Fisch genießt leider einen anderen Stellenwert als Säugetiere oder Vögel. Sie lösen bei uns Emotionen aus und es ist für uns nur logisch, dass diese Lebewesen Gefühle haben. Manchmal scheint es auch durch deren Mimik uns besonders nah zu gehen. Fische hingegen scheinen unbedachter gegessen zu werden und erfahren weit weniger Mitgefühl.

Ca. 13,7 Kg Fisch haben die Deutschen im Jahr 2018 im Schnitt gegessen. Hierunter fallen natürlich auch Meeresfrüchte und Krabben. Doch wenn man sich überlegt wie viele Meeresfrüchte oder Krabben es benötigt um nur ein Kilogramm zu erhalten kann man sich vorstellen, welche Massen für diesen Genuss gefangen und gezüchtet werden müssen. Im EU-Vergleich, welcher bei durchschnittlichen 26 kg pro Kopf liegt, sind die Deutschen zwar noch deutlich drunter, jedoch zeigt der Verbrauch der Deutschen keinen Rückgang. Im Gegenteil.

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Welche Fangmethoden werden beim Fischfang eingesetzt?

Das solche Mengen nicht von einem einzelnen Angler aus dem Meer gefischt werden können ist für jeden klar und das die Fangmethoden unsere Meere und den Meeresboden schwer schädigen können ist mittlerweile auch kein Geheimnis mehr. Doch welche Fangarten gibt es denn nun? Wir stellen euch zwei vor.

Vorneweg ist zu sagen, dass es für jede Fischart bzw. für jeden Meeresbewohner eine spezielle Art gibt diese zu fischen und zu fangen.

Pelagisches Schleppnetz

Erst in den 60er Jahren wurde die intensive Befischung des Meeres durch diese Fangart möglich. Die Netze haben eine Tütenform und sammeln am Ende dieses Netzes in einer Art Tasche die Fische. Diese Schleppnetze werden mit zwei Booten durch das Meer gezogen, nicht am Boden entlang. Die Gesamtlänge eines solchen Netzes kann bis zu 1500 Meter sein und die Netzöffnung bis zu 23.000 Quadratmeter groß. Das sind ca. 5 Fußballfelder!

Grundschleppnetz

Das Grundschleppnetz ähnelt dem Pelagischen Schleppnetz wird jedoch, wie der Name schon verrät, über den Grund, also den Meeresboden, gezogen. Es ist max. 200 Meter lang und die Netzöffnung beträgt ca. 100 Meter. Klingt doch schon mal nicht dramatisch oder? Leider wird der Meeresboden bei dieser Fangart massiv beschädigt. Ganze Ökosysteme wie Korallenriffe werden hierbei vollständig zerstört.

Eine detaillierte Beschreibung aller Fangarten findet ihr bei Greenpeace.
Das Problem vieler Fangmethoden ist jedoch der Beifang.

Was ist der Beifang?

Dann lieber Fische aus der Zucht kaufen, oder?

Was ist eine Aquakultur?

Aquakultur bezeichnet die kontrollierte Zucht von Fischen. Durch diese Zucht kann bald ein Großteil des Meerestierbedarfs gedeckt werden und gibt so den überfischten Meeren die Möglichkeit sich zu erholen.

Häufig muss jedoch bei dieser Zucht Antibiotika in das Futter gemischt werden um Krankheiten und Epidemien unter den Fischen vorzubeugen. Leider nehmen wir diese Medikamente über den Fisch dann auch zu uns. Darüber hinaus kann es passieren, dass sich Fische in großen Aquakulturen gentechnisch verändern, da sie sich dem Lebensraum anpassen und in den großen Aquarien nicht mal mehr Sand befindet – artgerechte Haltung geht leider anders.

Aquakulturen sind nicht nur teuer in der Unterhaltung und im Bau, sondern werden dafür auch überwiegend Flächen in Südamerika und Afrika für den Bau zerstört, welche wiederum für unsere Natur wichtig sind.

Ökologisch und artgerecht gehalten werden Fische nur in Bio-Aquakulturen. Diese achten auf ausreichend Platz, auf umweltfreundliches Futter und vor allem auf hohe Hygienestandards.

Fast ein Drittel des globalen Fangs endet als Fischmehl. Fischmehl wird als Futter für Raubfische benötigt. Raubfische klingt drastisch betrifft jedoch leider die beliebte Fischsorte Lachs. Zu empfehlen ist hier grundsätzlich der Verzehr von Fischsorten, welche pflanzlich ernährt werden können. Hierzu zählt unter anderem der Karpfen oder der Wels.

Auf was sollte ich als Käufer beim Kauf von Fisch achten?

Sowohl von Greenpeace als auch von WWF gibt es Entscheidungshilfen und Empfehlungen welche Fische wir verzehren sollten um die Natur nicht zu belasten.

Wichtig ist jedoch auch der Umgang mit Fisch. Auch dieses Nahrungsmittel sollte mit Sorgfalt und bedacht gegessen werden. Viele tun dies bereits schon mit dem Fleisch von Vögeln und Säugetieren, aber auch der Fisch benötigt diese Rücksicht und einen umsichtigen Verzehr.

Auf welche Bio- und Umweltsiegel sollten beim Fischkauf geachtet werden?

Photo by Gregor Moser on Unsplash

Julia unterstützt seit September 2019 die Redaktion von speisekarte.de. Begründet durch ihr Intresse an Nährstoffen und an einer ausgewogenen Ernährung bringt sie sich mit ihrem Wissen und Leidenschaft in den Blog ein. Darüber hinaus betreut sie unsere Kooperationspartner und freut sich über einen aktiven Austausch.

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