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Gesund kochen für die Familie: Immer ein teurer Spaß?

Tägliches Kochen gehört in vielen Familien zum Alltagsgeschehen. Mit frischen Lebensmitteln auf dem Tisch lebt es sich bekanntlich gesünder – Ein Grund mehr, weshalb viele Menschen Fertigprodukte meiden. Oft allerdings kollidiert der Wunsch nach regelmäßigen, gesunden und frischen Mahlzeiten mit den finanziellen Möglichkeiten. Fallen die wöchentlichen Einkäufe zu teuer aus, ist es schnell vorbei mit der Freude an ausgewogener Ernährung. Einige Tipps können helfen.

Bio-Qualität oder konventionell? Nicht nur eine Preisfrage

Eltern wissen inzwischen, dass gesunde Ernährung nicht nur eine Frage der Grundzutaten, sondern auch der Qualität ist. Der Unterschied zwischen Biolebensmitteln und jenen aus konventioneller Landwirtschaft fällt dabei nicht nur finanziell ins Gewicht. Auch sind biologisch erzeugte Nahrungsmittel in der Regel deutlich weniger mit Pestiziden belastet, enthalten mehr sekundäre Pflanzenstoffe und kommen bei möglichst regionalem Einkauf sogar vitaminreicher auf den Tisch.
Wer biologisch erzeugte Nahrungsmittel kauft, unterstützt damit sogar den Umweltschutz. Wie Foodwatch mit Hilfe einer Beispielrechnung veranschaulicht, gilt das auch für Fleisch: So werden bei der Erzeugung von Bio-Fleisch weniger Energie, Dünger sowie Pflanzenschutzmittel verbraucht und die Belastung durch Stickstoff und Treibhausgase gesenkt.
Jedoch ist es nicht mit jedem Budget möglich biologisch erzeugte Lebensmittel einzukaufen. Verschiedene Alternativen sollten abgewegt und berücksichtigt werden. Besonders sinnvoll ist der Bio-Kauf bei folgenden Produkten:

  • Fleisch und Fisch
  • Milch und Eiern
  • Gemüse und Obst, das nicht geschält werden kann oder ungeschält verzehrt wird
  • diverse Kräuter

Konventionelles Obst und Gemüse sollte stets gründlich mit heißem Wasser und gegebenenfalls etwas Natron und Zitronensaft gewaschen werden, um Pestizidrückstände weitestgehend zu entfernen. Bei Bioware genügt meist die Wäsche unter heißem Wasser.

Der Küchenplan schützt vor Lustkäufen und Orientierungslosigkeit

Zu hohe Ausgaben im Supermarkt haben ihren Ursprung nicht selten in einem fehlenden Fahrplan für die Küche. Wer tagtäglich neu überlegt, welches Essen auf den Tisch kommt, muss vermutlich auch tagtäglich einkaufen gehen. Das wiederum erhöht nicht nur den zeitlichen Aufwand, sondern auch die Ausgaben durch Lust- und Spontankäufe.
Besser ist es folglich, einen Wochenplan zu erstellen, für den schon zu Beginn der Woche eingekauft werden kann. Frischware wie Fleisch oder Fisch sollte natürlich dennoch erst am Tag der Zubereitung im Kühlschrank landen. Gute Beispiele für eine vierköpfige Familie haben Experten in einem kostenlosen Kochbuch zusammengefasst, das wöchentliche Ausgaben von nicht mehr als 100 Euro ermöglichen soll. Wer sich für die Rezepte und Pläne interessiert, kann das Kochbuch hier downloaden.

Getränke-Tipp: Natürlich müssen Familien auch trinken. Vor allem Wasser sollte täglich auf dem Tisch stehen, denn Saft, Limonade & Co. sind durch ihren hohen Zuckergehalt nicht besonders gesund. Ein besonderer Spar-Tipp ist in diesem Zusammenhang Leitungswasser. Laut der Vebraucherzentrale ist es etwa 100-mal günstiger als Flaschenwasser und belastet das Klima weitaus weniger.

Vorratshaltung kann beim Sparen helfen

Wie bereits erwähnt, ist häufiges Einkaufen meist ein Grund für zu hohe Ausgaben im Haushalt. Auch beim gesunden Kochen können wichtige Grundnahrungsmittel so besorgt werden, dass sie sich für eine Weile aufbewahren lassen. Das hat den Vorteil, dass Sonderangebote ausgenutzt werden können. Hier steigen die Ausgaben zwar für den Moment deutlich, langfristig betrachtet aber ergibt sich ein Spar-Effekt. Auf diese Weise können einige Nahrungsmittel sogar in Bio-Qualität gekauft werden, ohne dass das Familienbudget erheblich darunter leidet.

Ein Beispiel: Frank Müller kauft für seine Familie jede Woche eine Packung Bio-Haferflocken zu je 1,29 Euro. Im Jahr gibt er folglich 67,08 Euro hierfür aus. Nun sind die Haferflocken alle drei Monate im Angebot für 0,99 Euro und Herr Müller kauft immer zwölf Packungen auf Vorrat. Seine jährlichen Ausgaben reduzieren sich somit um 15,60 Euro auf 51,48 Euro.

„Mengenlehre“: Nicht für die Mülltonne kochen

Die genaue Menge abzuschätzen, die täglich vom Kochtopf in den Mägen aller Familienmitglieder verschwindet, ist schwer. Häufig wird dabei jedoch nicht zu wenig, sondern deutlich zu viel gekocht. Schnell landen Nudeln, Gemüse und Sacue im Abfall. Wer häufig viele Lebensmittel im Müll entsorgt, kann so im Monat durchaus einen hohen zweistelligen Betrag verspielen.
Es ist kein Geheimnis, dass in Deutschland allgemein zu viele Lebensmittel weggeworfen werden. In Privathaushalten werden vor allem Obst und Gemüse sowie Brot und Backwaren entsorgt. So kommt jeder Verbraucher in Deutschland pro Jahr auf 55 Kilogramm weggeworfene Lebensmittel. Nicht nur für die Natur ist das zu viel, sondern auch für den Geldbeutel.
Zum gesunden und sparsamen Kochen für die Familie gehört folglich auch, das Entsorgen guter Lebensmittel zu vermeiden. Bleibt am Abend beispielsweise etwas übrig, so sollte es in einer Box im Kühlschrank aufbewahrt werden und am nächsten Tag verzerrt werden. Somit lassen sich aus einer gekochten Mahlzeit schnell zwei machen. Am Ende der Woche sollte außerdem ein „Reste-Tag“ anstehen. Hier wird alles verwertet, was noch übriggeblieben ist. Vor allem Kindern macht das Zusammenstellen eines großen Mix-Tellers gegen Verschwendung viel Spaß.

Photo by Megan Hodges on Unsplash

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