Genießen & so

Genießen & so: Foodstagramming

Sie sind überall! Am Nebentisch im schicken Restaurant, vor dem hippen Food Truck um die Ecke oder im Café bei einem Stück Kuchen. Foodstagrammer greifen vor dem ersten Biss lieber zum Handy und halten das, was da vor ihnen auf den Tellern liegt, erst einmal für ihre Mitmenschen fest. Am liebsten bei Instagram, Facebook oder Snapchat und Co. Wir haben uns diesen etwas anderen Food Trend mal genauer angeschaut!

Was ist Foodstagramming?

Bunte Buddha Bowls, Cupcakes im Regenbogenmotiv, Avocados in allen Varianten – Instagram ist voller bunter Foodfotos, Food Hashtags wie #delicious, #foodporn oder #healthyfood und Influencern, die die neusten Food Trends längst nachgekocht haben und ihre Gefolgschaft ausreichend daran teilhaben lassen. Essen ist also längst keine Privatsache mehr, es wird geteilt und das nicht mehr am Tisch. Die hübsch drapierten, mit den unterschiedlichsten Filtern verschönerten, Foodfotos sollen die Instagram-Community beeindrucken und zeigen, was und wie man isst. Essen wird also zum Statement, ganz nach dem Motto „Du bist, was du isst.“
Dadurch, dass der Mensch sich am liebsten von seiner besten Seite zeigt, hier hinsichtlich seines Essverhaltens, und auf Bestätigung seiner Mitmenschen aus ist, lässt sich dieses Verhalten durchaus nachvollziehen.

Durch Foodstagramming die Kunden von morgen gewinnen?

Und auch manche Restaurants setzen mittlerweile schon auf perfekt inszenierte Speisekarten, um mehr Reichweite und Kunden durch vermehrte Präsenz auf sämtlichen Social-Media-Kanälen zu gewinnen. Alles mithilfe von Foodstagramming! So zum Beispiel das Frittenwerk mit seinen derzeit sieben Filialen in mehreren deutschen Städten. Sie heben sich ab durch Pommes frites mit außergewöhnlichen, bunten Zutaten wie Guacamole oder Schokoladeneis. Mit #frittenwerk können die Kunden ihre Pommes-Gerichte mit ihrer Instagram-Gefolgschaft teilen und so die Kunden von morgen anheuern.

Steckt hinter Foodstagramming eine Essstörung?

Im Zusammenhang mit Foodstagramming liest man derzeit häufig den Vorwurf einer Essstörung, die sich hinter dem Verhalten dieser Foodies verbirgt. Wer also permanent Fotos von seinem Essen macht und diese teilt, fokussiert sich zu sehr auf Nahrung und vernachlässigt gerade den sozialen Aspekt, der hinter einem Restaurantbesuch steht. Der Genuss bleibt hier auf der Strecke, das perfekte Foto stellt alles in den Hintergrund. Und das ist nicht gesund. Das soll angeblich soweit gehen, dass Fast-Food-Slogans bis unter die Haut gehen, und das wörtlich, und zwar in Form von Tätowierungen.

Foodstagramming – positiv oder negativ?

Dieses moderne Food-Sharing kann sich letztendlich positiv wie negativ auf unser Essverhalten auswirken. Wer glaubt, dass diese „food porn“-Fotos das normale, alltägliche Essen ihrer Instagrammer wiederspiegelt, dem wird es kaum gelingen, hier mithalten zu können. Wer jedoch versucht, sich beim eigenen Essen ab und an etwas Mühe mit Zubereitung und Anrichtung zu geben, der wird es im Nachhinein auch mit mehr Genuss und sehr viel bedachter essen, was nur der eigenen Gesundheit zugutekommt.

Ob ihr nun Bilder von eurem Essen machen wollt oder dieses lieber in Ruhe und ohne sämtliche Zuschauer genießen möchtet, hier findet ihr alles: speisekarte.de.

Photo by Igor Miske on Unsplash

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