Wussten Sie schon…dass man aus Strom Nahrung gewinnen kann?

Und wieder einmal wird bewusst, die Zukunft ist gar nicht mehr so weit entfernt wie sie scheint. Fleisch wird künstlich im Labor hergestellt, alte Gepflogenheiten wie Massentierhaltung oder der Hype um Fast Food geraten mehr und mehr in den Hintergrund und man macht sich vermehrt Gedanken um die wachsende Bevölkerung und die Ernährung dieser. Dass man hierbei ausgerechnet auf Strom als Nahrungsquelle stößt, klingt erst einmal nach wahrer Science Fiction. Ist es aber gar nicht! Wie kann das also funktionieren?

Wie gewinnt man aus Strom Nahrung?

Einem Team von Forschern aus Finnland ist es erstmals gelungen, eine Methode zu entwickeln, mit der es möglich ist, aus Sonnenlicht, Wasser, Kohlendioxid und Mikroben nahrhafte Eiweiße herzustellen. Wird diese Methode weiterentwickelt, könnte man an jedem beliebigen Ort, an dem Strom zur Verfügung steht, proteinreiche Nahrung herstellen. Der Strom könnte beispielsweise durch erneuerbare Energien gewonnen werden. Hiermit können Tiere, aber auch Menschen versorgt und die Äcker auf Dauer entlastet werden. Die Ackerflächen haben die Möglichkeit, sich hierdurch zu regenerieren und auf Pestizide oder auch Herbizide kann immer mehr verzichtet werden. Auch das Klima wird durch dieses Verfahren nachhaltig geschont. Denn das Protein wird ausschließlich im Labor hergestellt und weiterentwickelt.

Wie funktioniert diese Methode aber? Die verwendeten Rohstoffe werden zur Elektrolyse freigelegt und im Laufe der Verfahrens bildet sich innerhalb eines Bioreaktors eine pulverähnliche Substanz, die sich zu 50 Prozent aus Eiweiß und zu 25 Prozent aus Kohlenhydraten zusammensetzt, der Rest besteht aus Nukleinsäuren und Fetten. Alle Rohstoffe also, die für diesen Herstellungsprozess nötig sind, stammen aus der Luft. So ist das Kohlenstoffdioxid verantwortlich für sämtliche Proteinbausteine und liefert Sauerstoff und Kohlenstoff. Zur Eiweißherstellung werden Mikroorganismen herangezogen, diese werden von Stickstoff, Phosphor, Kalium und anderen Spurenelementen für Wachstum und Vermehrung unterstützt. Die Mikroben wiederum ziehen die notwendige Energie für diesen Prozess aus Wasserstoff. Der Wasserstoff wird aus Solarenergie gewonnen und aus der folgenden Elektrolyse von Wasser. Die hierbei produzierte Elektrizität wird genutzt, um die Bestandteile des Wassers, Sauerstoff und Wasserstoff, spalten zu können. So kann am Ende der eingesetzte Bioreaktor aus Luft, Elektrizität und Wasser echte Nahrung herstellen.

Und auch auf die Konsistent des Endprodukts kann Einfluss genommen werden. Diese kann so optimiert werden, dass sie sich für den Massenmarkt qualifizieren kann.

Wann können diese Proteine im Supermarkt erworben werden?

Die Forschung um diesen innovativen Herstellungsprozess befindet sich noch ganz am Anfang. Um ein Gramm des Proteins zu gewinnen, benötigt man gerade noch etwa zwei Wochen. Es werden also sicherlich noch ein paar Jahre vergehen, ehe man dieses neuartige Produkt im Supermarkt finden wird. Dennoch setzen es sich die Forscher zum Ziel, ein Produkt für den Massenmarkt herzustellen. Aktuell kostet ein Kilogramm rund viereinhalb Euro. Um sich den Produktionskosten von anderen Nutzpflanzen wie Soja anzunähern, müsste der Preis auf zwei oder einen Euro auf das Kilogramm gerechnet sinken. Wann dies soweit ist, ist heute noch unklar. Vor allem ist dies an die Wirtschaft gebunden, die bereit sein muss, in dieses innovative Projekt zu investieren. Ziel ist es, in ein paar Jahren pro Tag fünf Kilogramm der Biomasse herzustellen, damit auf Dauer hieraus echte Lebensmittel entwickelt werden können, die auch Geschmack haben und ganz einfach im Supermarkt gekauft werden können.

Bis dahin findet Ihr für jeden Geschmack wie immer alles auf speisekarte.de.

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