Einblick in die Gastronomie – Die Gehaltssituation

Die Gastronomie hat gehaltstechnisch einen eher schlechten Ruf: Lange Arbeitszeiten, geringe Löhne und viel Stress sind die Punkte, die viele Menschen mit dieser Branche assoziieren. Dabei ist das nicht immer so! Caterer, Buchhalter, Manager und die Hotellerie prägen das vielfältige Berufsbild in der Gastronomie. Ist die Gehaltssituation demnach wirklich so schlecht?

Löhne wachsen mit den Qualifikationen

Die Lohnfrage muss differenziert betrachtet werden. Die Gastronomie besteht nicht nur aus Servicekräften, sondern auch folgende Berufsgruppen sind vertreten:

  • Hotelkauffrau/-mann
  • Systemgastronom/in
  • Assistenz des Hotelmanagements
  • Hauswirtschafter/in
  • uvm.

Fakt ist weiterhin, dass man zwischen gelernten und ungelernten Fachkräften unterscheiden muss. Jemand mit einer entsprechenden Ausbildung wird selbstverständlich besser entlohnt als jemand, der diese nicht vorweisen kann. Unterschiede gibt es außerdem im Bereich Ausbildungsvergütung. Generell kann man davon ausgehen, dass die Entlohnung im ersten Lehrjahr im Gastgewerbe bei ungefähr 500 Euro liegt – je nach Ausbildungsart und Branchenbereich kann sie aber deutlich darüber liegen.

Entscheidend für die Höhe des Gehalts ist außerdem die Lokalität, in der Fachkräfte beschäftigt werden. In einem Imbiss gibt es aller Wahrscheinlichkeit nach weniger Lohn als in einem Fünf-Sterne-Restaurant. Positiv auf die Lohnentwicklung wirken sich außerdem Weiterbildungen aus. Wer sich beruflich fortbildet, hat eine vollkommen andere Ausgangsposition und kann sich dementsprechend für andere Positionen innerhalb eines Unternehmens bewerben und somit ein deutlich besseres Gehalt erhalten.

Fachkräftemangel wegen des geringen Lohns?

Der Fachkräftemangel ist in ganz Deutschland zu spüren. Die Gastronomie ist allerdings nicht nur durch den Mangel an gut ausgebildeten Arbeitnehmern betroffen, sondern ebenfalls durch folgende Faktoren:

  • unregelmäßige Arbeitszeiten
  • niedrige Löhne
  • wenig Planungssicherheit

Gerade junge Menschen schrecken oftmals die langen und unregelmäßigen Arbeitszeiten ab. Ebensowenig wie die Zeiten sind die niedrigen Löhne nicht förderlich, wenn es um die Familienplanung geht. Viele Unternehmen versuchen daher mit zusätzlichen Vergünstigungen potenzielle Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Dank verschiedener Kooperationspartner ist es zum Beispiel möglich, günstigere Reiseunterkünfte innerhalb einer Hotelkette zu buchen. Weitere geldwerte Vorteile sind unter anderem:

  • Personalverpflegung
  • Kostenerstattung des öffentlichen Nahverkehrs
  • Essensgutscheine

Es gibt viele Firmen, die ihren Mitarbeitern Firmenwagen zur Verfügung stellen. Wer diese jedoch auch privat nutzen möchte, sollte sich über ein Fahrtenbuch oder die Ein-Prozent-Regelung informieren. Einen entsprechenden Rechner finden Interessierte hier.

Mindestlohn sorgt für Besserung

Nicht nur im Gastgewerbe sorgte die Einführung des Mindestlohns für eine Verbesserung der teilweise schwierigen Arbeitsbedingungen. Trotzdem waren viele Unternehmen zunächst skeptisch: Der flächendeckende Mindestlohn bedeutete, dass nicht nur die Gehälter in der Gastronomie stiegen, sondern ebenfalls die der Logistiker und Landwirte. Der Kostenanstieg durch den Mindestlohn wurde in vielen Fällen auf die Produktpreise aufgeschlagen, was nicht nur zu einem Anstieg der Personalkosten führte, sondern ebenfalls zu höheren Ausgaben beim Einkauf.

Weiterhin bemängelte man den bürokratischen Aufwand, der hinter dem Mindestlohn steckt. Schließlich mussten die Firmen die Gehälter entsprechend anpassen, neue Verträge aufsetzen und die Änderungen an die Buchhaltung weiterleiten. Da viele Unternehmen aber mit einem flexiblen Lohnbuchhaltungsprogramm Lohnbuchhaltungsprogramm (nähere Informationen gibt es hier) arbeiten, war bei diesen kein erhöhter Mehraufwand nötig.

Servicekräfte leben vom Trinkgeld

Wer häufig Essen geht, sieht auch Mal gehetzte oder genervte Servicekräfte. Selbstverständlich ist es nicht zu leugnen, dass dieser Job sehr anstrengend ist und in der Regel nicht gut bezahlt wird. Was allerdings Viele vergessen, ist das Trinkgeld. Wer ein höfliches, respektvolles und freundliches Auftreten an den Tag legt, kann durchaus mit Trinkgeldern in einem dreistelligen Bereich rechnen – am Tag! Selbstverständlich kommt es auch immer darauf an, welches Klientel das Restaurant oder die Bar bedient. Je hochpreisiger die Ware, umso höher fällt in der Regel auch das Trinkgeld aus. Es ist tatsächlich nicht so unwahrscheinlich, dass Servicekräfte dank des Zuverdienstes auf ein zweites Gehalt kommen. Gleichzeitig muss man aber auch bedenken, dass es an einem schlechten Abend auch mal kein oder nur ein geringes Trinkgeld geben kann. Der Verdienst ist somit von Schwankungen geprägt.

Schreibe einen Kommentar