Wussten Sie schon… Weintrauben?

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Es ist mal wieder so weit: wenn der Herbst langsam kommt wird es Zeit für die Weintraubenlese. Frühe Sorten können schon Anfang August gelesen werden, die meisten Trauben werden jedoch im September und Anfang Oktober geerntet.

Weintrauben haben weltweit eines der größten Anbaugebiete, zwei Drittel davon allein in Europa. 80% der Trauben werden zu Wein verarbeitet. Der Rest wird getrocknet und zu Rosinen verarbeitet oder roh gegessen.

Was ist der Unterschied zwischen Weintrauben und ‚normalen‘ Trauben?

Die Trauben, die zu Wein verarbeitet werden, werden Keltertrauben genannt. Keltern bezeichnet das Pressen von Früchten zur Saftgewinnung. Die Trauben, die man im Supermarkt zum Verzehr kaufen kann, sind Tafeltrauben. Weintrauben ist der Überbegriff unter dem beide Arten zusammengefasst werden. Tatsächlich handelt es sich jedoch um verschiedene Arten von Trauben. Keltertrauben sind kleiner, haben eine feste Schale, viele Kerne und sind saurer. Bei Tafeltrauben wird darauf geachtet, dass sie groß und meist kernlos sind. Außerdem ist ein süßlicher Geschmack wichtig.

Die Geschichte von Weintrauben und Wein

Schon vor 130 Millionen Jahren gab es verschiedene Wildreben. In der Jungsteinzeit, also vor ungefähr 10.000 Jahren, wurden die Menschen langsam sesshaft. Davor wurden Trauben zwar schon gegessen und verarbeitet, der Weinanbau konnte jedoch bei den Wandervölkern noch nicht entstehen.

Der Ursprung des Weintraubenanbaus liegt in Vorderasien, namentlich in Georgien, im Irak, in Armenien und in der Türkei. Von dort aus breitete sich der Anbau im gesamten Nahen Osten aus. In Damaskus beispielsweise wurden vor 8.000 Jahren Weintrauben gepresst, um Wein zu gewinnen, wie Funde bestätigen.

Die Bedeutung von Wein

Schon vor langer Zeit diente Wein zur religiösen Verehrung, denn er wurde als Getränk der Götter angesehen. In der antiken Mythologie gab es verschiedene Götter, die dem Wein gewidmet waren, zum Beispiel Dionysos bei den Griechen, Bacchus bei den Römern, Osiris bei den Ägyptern sowie Gilgamesch bei den Babyloniern. In anderen Kulturen wurde Wein als Grabbeigabe genutzt, da Wein ein Symbol für vergossenes Blut war. So ist Rotwein auch im Christentum das Symbol für das Blut Christi.

Heute ist Wein noch immer Teil ritueller Praktiken und ein Bestandteil vor allem europäischer Kultur.

 

Wie funktioniert das Reifen und wann sind Weintrauben reif?

Zu Beginn der Traubenreife Ende Juli wird Zucker in der Traube zu Apfel- und Weinsäure umgebaut und eingelagert. Diese wird als Ausgangssäure bezeichnet. Schreitet die Reife der Traube fort, steigt der Zuckergehalt. Gleichzeitig ‚veratmet‘ der Rebstock nachts die Apfelsäure um die daraus gewonnene Energie für seine Lebensprozesse zu nutzen. Beide Prozesse sind jedoch unabhängig voneinander. Der Zuckergehalt steigt recht konstant und ist unter Berücksichtigung der Umweltgegebenheiten gut abzuschätzen und einfach messbar.

Für einen wohlschmeckenden Wein müssen jedoch Zuckeranteil und Säuregehalt, sowie die Säurezusammensetzung, harmonieren. Weil die Prozesse in der Traube aber unabhängig voneinander und zum Teil sehr abhängig von Umweltfaktoren ablaufen, ist es schwer, den richtigen Moment für die Lese abzupassen.

In trockenen Jahren beispielsweise reduziert der Rebstock seine Aktivität, um Wasser zu sparen. Dadurch ist der Ausgangssäuregehalt geringer. Sind die Nächte in der Reifephase dann zusätzlich noch warm, so veratmet der Rebstock mehr Apfelsäure als in kühleren Nächten. Die Zuckerbildung ist von diesen Gegebenheiten jedoch fast unabhängig. Die geringe Ausgangssäure und die schnelle Säureabnahme führen unter Umständen zu unharmonisch säurearmen und einseitig alkohollastigen Weinen, vor allem dann, wenn nur der Zuckergehalt als Reifekriterium herangezogen wird.

Auch die Zusammensetzung von Apfel- und Weinsäure ist entscheidend für den Geschmack. Der Weinsäuregehalt bleibt bei der Reife gleich, aber der Anteil der Apfelsäure nimmt stark ab. In kühlen Jahren, wenn die Apfelsäure langsamer veratmet wird, überwiegt diese im Wein. Dies führt zu fruchtigen, frischen und lebendigen Weinen. Es kann jedoch auch leicht zu einer säurebetonten und unharmonischen Zusammensetzung führen.

Weißwein, Rotwein oder Rosé?

Wein wird aus den Trauben der ‚Edlen Weinrebe‘ (Vitis vinifera) hergestellt. Heute gibt es circa 8.000 – 10.000 verschiedene Rebsorten, von denen weltweit ungefähr 2.500 für die Weinproduktion zugelassen sind. Von wirklicher Bedeutung sind allerdings nur ein paar Hundert dieser Sorten. Internationale Bedeutung erlangen noch weniger.

Es gibt unter den Reben Weißwein- und Rotweinsorten, welche je charakteristische Geschmackszüge haben. Es gibt auch Weine, die aus mehr als einer Rebsorte hergestellt werden, zum Beispiel Bordeaux. In Deutschland sind 64% der angebauten Rebsorten weiße Trauben und 36% rote (siehe 9 Fakten über Wein).

Mehr über den richtigen Wein zum richtigen Essen finden Sie auf unserem Blog.

 

 

Neben den vier bekannten gibt es aber auch noch einige spezielle Weinsorten:

  • Perlwein: Sommerwein mit künstlich zugesetzter Kohlensäure
  • Schaumwein: jede Art von schäumendem Wein (Winzersekt, Sekt, Champagner, Crémant und Prosecco)
  • Süßwein: Wein aus spät gelesenen Trauben, die einen hohen Anteil an Fruchtzucker entwickelt haben
  • Eiswein: nicht in vielen Weinanbauländern möglich, da Trauben beim lesen und verarbeiten gefroren sein müssen

Warum sind Weintrauben gesund?

Dass Weintrauben und besonders Rotwein sehr gesund sein sollen, ist seit der Antike bekannt. Schon Hippokrates erkannte: Das erste Glas Wein ist für die Gesundheit, das zweite Glas für die Fröhlichkeit, das dritte für den guten Schlaf und jedes weitere Glas ist eine Gefahr.

Die traurige Nachricht ist: die meisten gesunden Stoffe der Trauben befinden sich in den Traubenkernen. Damit der Körper diese extrahieren kann, sollten sie zerbissen werden.

Das Gesunde sind die sekundären Pflanzenstoffe. Davon enthalten Trauben gleich mehrere, die sogenannten Polyphenole. Vor allem in roten Trauben kommen diese in erhöhter Konzentration vor, wodurch sie noch gesünder sind als ihre hellen Schwestern.

 

Polyphenole

 

Außerdem hilft der hohe Kaliumanteil dabei, überschüssige Flüssigkeit abzubauen und den Wasserhaushalt zu regulieren. Die enthaltene Fruchtsäure baut Schlacke ab.

Trauben bestehen zu einem Fünftel aus Trauben- und Fruchtzucker. Diese Art von Zucker ist schnell verfügbare Energie, welche den Blutzuckerspiegel und die Konzentration rasch steigert und Müdigkeit vertreibt.

Für die Weinliebhaber bleibt zu sagen: Rotwein ist gesünder als Weißwein, da hier die Kerne und Schalen in längerem Kontakt mit dem Most stehen und so wertvolle Stoffe besser extrahiert werden können. Jedoch sollte man bedenken, dass die vielen Polyphenole und anderen gesunden Stoffe die schädliche Wirkung des Alkohols womöglich nicht kompensieren können. Wir raten: lieber zu den Trauben greifen, als zum Wein!

 

Als Frischobst haben Tafeltrauben natürlich ihre größte Bedeutung. Sie schmecken aber auch in Obstsalaten, in Kuchen, wie zum Beispiel in diesem Trauben-Couscous-Kuchen (Rezept) oder zum Nachtisch als Weintrauben-Mascarpone-Dessert (Rezept). Aber Trauben überzeugen auch in pikanten Gerichten, wo sie überraschende Akzente setzen können, wie in Kombination mit Dinkelpenne und Belugalinsen (Rezept). Außerdem haben wir dieses Rezept für einen grünen Smoothie mit Weintrauben (Rezept) gefunden.

Wir hoffen es schmeckt!

Für die, die sich allerdings lieber bekochen lassen, schauen Sie doch mal auf speisekarte.de nach einem Restaurant in Ihrer Nähe, was Gerichte mit Weintrauben anbietet!

 

 

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