Weinflaschen

Wein: 9 Fakten zum genussvollen Traubensaft

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestPrint this pageEmail this to someone

160.000 Euro bezahlte ein Käufer während einer Sothebys-Auktion für eine Flasche Lafite-Rothschild-Wein von 1869. Es ist nur ein kleines Kuriosum, das den Wein umgibt. Wein beeinflusst die Gesundheit enorm, ist unbeschreiblich teuer und wird im Vatikan besonders gern getrunken. Mit diesen neun Fakten zum Wein können sie auch selbst Sommeliers noch beeindrucken.

Fakt #1: Die teuersten Weine kommen aus Frankreich und Deutschland

Der aktuell teuerste Wein ist der “Domaine de la Romanee-Conti Grand Cru, Cote de Nuits” aus Frankreich. Mit einem Durchschnittspreis von mehr als 15.000 Dollar verweist der Rotwein den deutschen Weißwein “Egon Müller Scharzhofberger Riesling” von der Mosel auf Platz Zwei. Auffällig in der Liste der teuersten Weine der Welt: Deutschland und Frankreich teilen sich die Spitzenplatzierungen komplett. Erst auf Platz 17 des Rankings dringt mit dem “Screaming Eagle Cabernet Sauvignon” aus dem US-amerikanischen Napa Valley ein drittes Weinland in die Phalanx ein. Die vier deutschen Vertreter in der Top 10 sind dabei allesamt Weißweine, während Frankreich mit Rotweinen überzeugt.

Fakt #2: Nirgendwo wird so viel Wein getrunken wie im Vatikan

Ein Fakt, der aufgrund der Demografie im Vatikan eigentlich nicht ganz überraschend sein sollte. Jeder Einwohner des Mikrostaats trinkt statistisch 74 Liter Wein pro Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Weinverbrauch bei knapp 21 Litern pro Jahr. Allerdings weist der Vatikan eine komplett andere Bevölkerungsstruktur auf.  Im Vatikan leben fast nur alleinstehende Männer im gehobenen Alter. In dieser Altersklasse ist der Weinkonsum in fast jedem westlichen Land höher als bei der restlichen Bevölkerung. Hinzu kommt, dass täglich Weinkisten aus den verschiedensten Regionen der Welt an das Kirchenoberhaupt geschickt werden.

Weiterer Fakt: Supermärkte in Vatikanstadt verkaufen Wein steuerfrei. Dadurch wird der Traubensaft auch noch zum günstigen Trinkerlebnis.

Fakt #3: Die größte Weinflasche steht in der Schweiz

3.094 Liter fasst die mit Abstand größte Weinflasche der Welt. Besitzer ist das Autohaus “Vogels Offroad”, das die Flasche zur Neueröffnung des Autohauses herstellen ließ. Die Maße der Kunststoff-Flasche sind enorm: Mit einer Höhe von 417 Zentimetern und einem Durchmesser von 121 Zentimetern überragt das Monster-Behältnis den bisherigen Spitzenreiter um mehr als 1.000 Liter. Das größte Weinfass steht übrigens in Deutschland. Im “Dürkheimer Riesenfass” finden 430 Gäste in einem Restaurant Platz. Obwohl das Fass nie zur Weinlagerung genutzt wurde, ist es doch traditionell (wenn auch überdimensioniert) gebaut. Fast 200 Tannen mit einer Höhe von bis zu 40 Meter wurden für den Bau verwendet. Das größte Fass mit der Aufgabe der Weinlagerung steht ebenfalls in Deutschland. Im Heidelberger Schloss steht ein Weinfass, das mehr als 220.000 Liter des Traubensaftes beinhalten könnte.

Fakt #4: Die größte Rebfläche gibt es in Spanien

La Mancha in Spanien ist für zwei Fakten berühmt. Zum einen stammt der aus dem gleichnamigen Roman bekannte Don Quijote aus La Mancha und kämpfte gegen Windmühlen. Zum anderen beherbergt die Region das größte Weinanbaugebiet der Welt. Rund 450.000 Hektar umfasst die Rebfläche. Ebenfalls riesig ist die Küstenebene Midi, die von Marseille bis zur spanischen Grenze reicht. Auf knapp 400.000 Hektar wird hier Rotwein hergestellt.

Der kleinste Weingarten ist in Wien beheimatet. Auf gerade einmal 100 Quadratmetern wird in der Wiener Innenstadt ein Weißwein angebaut, der auch käuflich zu erwerben ist. In einem guten und ertragreichen Jahr wirft der Mini-Weingarten so viele Trauben ab, dass es für 50-60 Flaschen Weißwein reicht.

Fakt #5: Der größte Weinkeller umfasst mehr als 1,5 Millionen Flaschen

Weinkeller Moldawien
Mehr als ein Jahr dauerte es, den größten Weinkeller der Welt zu katalogisieren.

Moldawien tauchte in der bisherigen Fakten-Liste über Weine noch nicht auf. Das ändert sich jedoch in Fakt 5. Im Jahr 2005 nahm das Guiness Buch der Rekorde die goldene Kollektion von Milestii Mici in die Sammlung auf. In dem unterirdischen Keller, der eher an ausgedehnte Katakomben erinnert, lagern etwa 1,5 Millionen Flaschen Wein. Die teuersten Exemplare werden für über 2.000 Euro pro Flasche verkauft. Die Lagerung im Untergrund ist für die Weine ideal. Bei einer konstanten Luftfeuchte von 85-95 Prozent und einer Temperatur von 12-14 Grad Celsius reift der Wein permanent weiter, ohne dabei sein natürliches Bouquet zu verlieren.

Interessierte können eine Tour durch den Weinkeller buchen. Dabei ist es möglich, mit dem eigenen Auto in die Katakomben zu fahren und mit einem Guide an verschiedenen Orten auszusteigen, um die Weinsammlung zu begutachten. Und wer einen eigenen Wein herstellt, kann diesen für eine Miete ebenfalls in Milestii Mici lagern.

Fakt #6: Deutschland beherbergt den steilsten Weinberg

Dass Weinberge im Idealfall eine gewisse Neigung haben, ist physikalisch schnell erklärt: Durch die Neigung wird die Kraft der Sonne perfekt ausgenutzt und strahlt gleichmäßig auf alle Trauben. Der Bremmer Calmont an der Mosel übertreibt es jedoch ein wenig. Mit einer maximalen Steigung von 68 Prozent ist er der steilste Weinberg. Damit die Winzer nicht jedes Mal den steilen Aufstieg zu Fuß bewältigen müssen, wurde eine Zahnradbahn installiert, durch die die Lese und die Pflege an der extremen Neigung etwas vereinfacht wird.

Fakt #7: Spanien ist Export-Weltmeister im Bereich Wein

Frankreich hat den teuersten Wein, Moldawien die größte Sammlung – doch kein anderes Land exportiert so viel Wein wie Spanien. Einer Erhebung der Organisation Internationale de la Vigne et du Vin zufolge, exportierte das südeuropäische Land im Jahr 2016 24,7 Millionen Hektoliter Wein. Zum Vergleich: Deutschland exportierte im gleichen Zeitraum gerade einmal 3,7 Millionen Hektoliter Wein ins Ausland. Auf Platz Zwei der Export-Rekordhalter liegt Italien, das etwas mehr als 20 Millionen Hektoliter Wein exportiert.

Ein weiterer Vergleichswert für die enorme Weinproduktion in Spanien ist der weltweite Konsum. Im Jahr 2016 tranken Genießer auf der gesamten Welt etwa 242 Millionen Hektoliter des Traubensaftes. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Anteil an weltweit konsumierten Wein zu etwa zehn Prozent aus Spanien stammt.

Fakt #8: In Deutschland werden primär Trauben für Weißwein angebaut

Weintraube an der Rebe
Deutschlands Weißweine sind weltberühmt und zählen zu den teuersten der Welt.

Deutschland ist das Land der weißen Trauben. Fast zwei Drittel (63,1 %) aller in der Bundesrepublik angebauten Rebsorten sind für Weißwein geeignet. Ob im Anbaugebiet Rheintal in der Pfalz oder in der Saale-Unstrut-Landschaft: Weißwein ist auf dem Vormarsch. Überall in den Tälern des Pfälzer Waldes haben sich begünstigt durch die klimatischen Bedingungen Winzer angesiedelt. Oftmals über Jahre in Vergessenheit geraten, sind die Anbauflächen dann von hochmotivierten Weinbauern übernommen worden und können heute ihr ganzes Potential zeigen. Im Odinstal zeigt sich beispielsweise neben einer wundervollen Aussicht auch eins der fast vergessenen Weingüter des Rheintals.

Von den 102.493 Hektar Weinanbaufläche in Deutschland entfallen damit allein knapp 65.000 Hektar auf weiße Rebsorten wie Riesling, Müller-Thurgau oder Silvaner. Interessant: Die teuersten Weine aus Deutschland (siehe Fakt #1) sind allesamt Weißweine.

An der Spitze der Rotweinsorten steht der Spätburgunder. Jeder dritte Hektar innerhalb der Rotweinsorten wird von dem fruchtigen Wein eingenommen. Trotz der eher kleinen Anbaufläche ist Deutschland beim Spätburgunder auf Platz Drei im internationalen Vergleich. Nur Frankreich und die USA bauen den Rotwein in größerem Maße an.

Fakt #9: Bauchige Gläser führen zu mehr Alkoholkonsum

An der Cornell University (Ithaca, USA) untersuchten Wissenschaftler, ob es einen Zusammenhang von Trinkmenge und Weingläsern gibt. Den Probanden wurden hohe, bauchige und normale Gläser vorgesetzt, die es mit Wein zu füllen galt. Dabei stellte sich heraus, dass die Weintrinker knapp 12 Prozent mehr einschenkten, wenn es sich um ein bauchiges Glas handelte. Hielten die Probanden das Glas zusätzlich noch in der Hand, stieg die eingeschenkte Menge an Wein noch einmal an.

Weiterhin zeigte sich, dass der Kontrast des Glases ebenfalls zu einem veränderten Weingenuss führt. Wird Weißwein in einem durchsichtigen Glas genossen, steigt die Ausschank-Menge um etwas mehr als neun Prozent an. Ein geringer Kontrast führt also zu einem gesteigerten Weingenuss.

Schreibe einen Kommentar