Grünkohl_Kale

Wie isst man… Grünkohl?

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Neben Gans, Fondue oder Würstchen mit Kartoffelsalat, gehört der Grünkohl für viele Menschen zum jährlichen Weihnachtsmenü. Denn der Grünkohl hat zu dieser Zeit Hauptsaison. Zwar ist das Wintergemüse das ganze Jahr über erhältlich, dennoch kann sich der zur Familie der Kohlgewächse gehörende Grünkohl nur selten gegen seine Artgenossen Wirsing, Brokkoli oder Blumenkohl durchsetzen.

Trendsetter Grünkohl

In Deutschland bekannt unter den Namen Braunkohl, Krauskohl und friesische oder oldenburger Palme erhält der Grünkohl immer mehr Einzug in die Trendmetropolen der Welt. In New York ist ein wahrer Hype um das Wintergemüse entstanden. Der sogenannten „Kale“ darf auf der Speisekarte keines In-Restaurants fehlen und ist mittlerweile fester Bestandteil in jedem beliebten Green-Smoothie. Der Grund dafür ist einfach: Grünkohl ist das neue Superfood schlechthin!

Warum Superfood?

Der Grünkohl ist besonders reichhaltig an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen, Aminosäuren, sekundären Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe hat der Grünkohl seinen Ruf als Superfood durchaus verdient. Der hohe Anteil an Vitamin C unterstützt das Immunsystem und aufgrund des Kaliumgehalts senkt Grünkohl das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen. Das enthaltene Vitamin K unterstützt die Aufnahme von Kalzium und fördert dadurch die Knochendichte. Die Ballaststoffe sind gut für die Verdauung und und und… Die Liste kann unendlich fortgesetzt werden. Aber nicht nur für die Gesundheit, sondern auch kulinarisch hat der Grünkohl einiges zu bieten.

Grünkohl zubereiten

Der Grünkohl zeichnet sich durch ein süß-herbes Aroma aus. Er kann sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden. Vor dem Verzehr müssen die Blätter vom Strunk entfernt und gewaschen werden. Am besten den Grünkohl blanchieren, um alle Schadstoffe und Pestizide zu entfernen. Anschließend kann der Grünkohl beispielsweise als Salat oder klassisch mit Speck verzehrt werden. Auch als Smoothie oder gar Chips gewinnt der Grünkohl immer mehr an Beliebtheit. Die Verarbeitungsmöglichkeiten sind vielseitig. Eine Auswahl an Rezepten haben wir für Sie am Ende des Artikels zusammengestellt.  

Ein Bremer Nationalgericht

Pinkel und Kohl werden häufig als Bremer Nationalgericht bezeichnet. Pinkel ist eine spezielle Grünkohlwurst, die vermutlich aus Würfelspeck, Gerstengrütze, Rindertalg, Schweineschmalz, Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Gewürze. Das genaue Rezept hütet jedoch jeder Metzger wie seinen Augapfel. Der Name Pinkel kommt von der Hülle der Wurst, welche früher in Rindermastdarm gepresst wurde. Mastdarm heißt auf Plattdeutsch Pinkel. Somit ist auch dieses Geheimnis gelüftet.

Frostig kalt

Der Grünkohl wird zumeist nach dem ersten Frost geerntet. Dieser ist notwendig, um den Zuckergehalt der Pflanze aufrechtzuerhalten und den besonderen Geschmack des Wintergemüses zu garantieren. Bei Temperaturen bis zu -10 Grad kann das Gemüse noch problemlos geerntet werden.

Ein wahres Urgestein

Die Geschichte des Grünkohls geht bis in die Antike zurück. Bereits 400 vor Christus wurde im alten Griechenland erstmals ein krausblättriger Blattkohl beschrieben. Dieser soll eine heilende Wirkung bei Trinkgelagen gehabt haben. Bei den Römern zählte der sabellinische Kohl, vermutlich der heutige Grünkohl, als Delikatesse. Und später im Mittelalter verbreitete sich der Grünkohl auch weitläufig in Deutschland. Grünkohl

Ein Grund zum Feiern

Grünkohlfeste oder Kohlfahrten sind besonders im Norden Deutschlands weit verbreitet. In Oldenburg findet seit 1956 das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ statt. Bei diesem traditionellen Grünkohlessen wird jedes Jahr ein neuer Grünkohlkönig oder eine -königin gekürt. Einige politische Größen, unter anderem Angela Merkel und Philipp Rösler, hatten bereits die Ehre, diesen Titel und das Zepter zu erhalten. Kohlfahrten hingegen sind Ausflüge mit Kohlessen und verschiedenen Spielen. Beispielsweise ist Boßeln ist ein beliebtes Spiel, bei welchem eine Holzkugel mit möglichst wenig Würfen zu einem festgelegten Ziel geworfen oder gerollt werden muss. Unter anderem aufgrund des zumeist hohen Alkoholkonsums sind diese Fahrten beliebt.

Es geht kurios weiter

Neben vielen Festen gibt es seit 2003 auch eine Grünkohl-Akademie in Oldenburg. Bei Fächern wie „Kohloquien“, „Kohltourgeschichte“, „Kohlografie“ oder „Kohlonarik“ kann ein Grünkohl-Diplom erworben werden. Auch im neuen Jahr erwartet Sie ein weiteres Highlight in Oldenburg: Die 1. Grünkohl-Weltmeisterschaft. Diese findet am 14. Januar 2017 in Oldenburg statt.

Leckere Rezeptideen

Wenn Sie jetzt Lust auf Grünkohl bekommen haben, haben wir noch einige Rezepte für Sie herausgesucht. Ein Rezept für Grünkohl mit Kohlpinkel finden Sie auf dem Blog von „Studentenfutter“. Wenn Sie es lieber außergewöhnlich möchten, empfehlen wir diesen Grünkohlsalat mit Avocado-Dressing (Rezept). Für Pastafans bietet sich dieses Rezept an. Natürlich können Sie Nudeln auch mit leckerem Grünkohlpesto (Rezept) mit Pistazien kombinieren. Als kleine Leckerei für Zwischendurch sind Grünkohlchips (Rezept) perfekt geeignet. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren! Wenn Sie Grünkohl stattdessen lieber in einem Restaurant in Ihrer Nähe genießen wollen, finden sie das passende Lokal wie immer auf speisekarte.de.

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