Beifuß
Kräuter- und Gewürzkunde

Kräuter- und Gewürzkunde: Beifuß

Zu den typischen Gewürzen der Weihnachtszeit zählen Anis, Zimt und Nelken, aber auch der Beifuß ist in den Wintermonaten vermehrt im Supermarkt zu finden. Denn dieses typische Winterkraut wird vor allem zur Zubereitung der Weihnachtsgans verwendet.

Was ist ein Beifuß und wie kann dieser verwertet werden?

Der Beifuß ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet. So ist er in Nordamerika, Zentralasien und Mitteleuropa zu finden. Das Kraut wächst in Deutschland vor allem auf Brachflächen, sandigen Plätzen oder Bahntrassen und wird deswegen leider oft fälschlicherweise als Unkraut abgetan.

Dabei ist der Beifuß eine besonders schmackhafte Pflanze. Als Gewürz eignet er sich nicht nur für Braten, sondern auch ideal für Suppen, Eintöpfe oder andere deftige Gerichte, wie Fisch- oder Käsespezialitäten.

Neben dem Gebrauch als Gewürz ist der Beißuß auch als Heilpflanze ein wahrer Alleskönner. Er verfügt über eine besonders gute entkrampfende Wirkung und macht dadurch fette Speisen bekömmlicher. Darüber hinaus hilft er als Tee aufgebrüht gegen Kopfschmerzen, Übelkeit und innerer Unruhe.

Wie sieht ein Beifuß aus und wie schmeckt er?

Der Beifuß kann ein Wuchshöhe von 70 bis 180 cm erreichen. Die lanzettlichen Blätter sind dunkel- bis gräulich-grün und an der Unterseite weißfilzig behaart. Die Blätter sind sehr bitter, deswegen werden nur die Rispen mit den noch geschlossenen Blütenknospen getrocknet und als Gewürz verwendet.

Geschmacklich erinnert der Beifuß an Wermut mit einem Hauch von Minze und Wachholder. Das Aroma des Gewürzes entfaltet sich am besten, wenn es gegart wird.

Woher hat das Gewürz seinen Namen und wo kommt es ursprünglich her?

Der Beifuß wird auch als Gänsekraut, Weiberkraut oder Besenkraut bezeichnet. Der Name kommt angeblich von dem mittelhochdeutschen Wort „biböz“, was so viel wie stoßen oder schlagen bedeutet. Das Kraut gehört zur Gattung der Artemisiengewächen. Diese Gattung umfasst knapp 400 Pflanzen, unter anderem Estragon und Wermut.

Die genaue Herkunft des Krautes ist unbekannt, dennoch existieren verschiedene Mythen zu der unscheinbaren Pflanze.

Legenden und Geschichten

Angeblich trug der germanische Gott Thor einen Beifußgürtel, um seine Kräfte zu verstärken. Die Römer legten das Kraut in die Sandalen, um schmerzenden Füßen vorzubeugen und im alten Griechenland war das Kraut den Göttinnen Artemis und Diana gewidmet. Daher stammt vermutlich auch der lateinische Name für Beifuß: Artemisia Vulgaris.

In China hingegen wird der Beifuß in die Tür gehängt, um böse Geister fern zu halten und auch heute noch wird das Gewürz zur Wahrsagerei verwendet.

Verschiedene Rezepte

Bis ins 18. Jahrhundert war der Beifuß das gebräuchlichste Küchengewürz. Mittlerweile wurde er jedoch fast vollständig von Wermut abgelöst. Dennoch haben wir einige leckere Rezepte mit Beifuß für Sie gefunden.

Ganz klassisch darf der Beifuß beim Braten nicht fehlen. Ob bei Entenbrust mit Blaukraut und Kartoffelknödel (Rezept) oder Gänsekeule (Rezept), der Beifuß sorgt für den perfekten Geschmack.

Aber auch zum Backen ist der Beifuß geeignet. Dieses Dinkel-Kartoffel-Brot (Rezept) und auch dieses Speckbrot (Rezept) werden mit Beifuß verfeinert. Etwas außergewöhnlicher ist ein gesundes Brennnessel-Pesto mit Beifuß (Rezept). Für Veganer bietet sich ein Kartoffelsalat mit Avocadocreme und Beifuß (Rezept) an.

Und passend für die kalte Jahreszeit darf eine leckere Suppe nicht fehlen. Probieren Sie doch diese Gemüsesuppe (Rezept) aus. Wir wünschen Ihnen guten Appetit!

Ein Restaurant mit Beifuß auf der Speisekarte finden Sie hier auf speisekarte.de!

Beitragsbild von retemirabile lizenziert als CC BY-SA 2.0

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