Kräuter- und Gewürzkunde … Piment

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Nelkenpfeffer, Jamaika-Pfeffer, Allgewürz – Piment ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt und in Deutschland gerade in der Weihnachtszeit unentbehrlich. Die kleinen, braunen Beeren wachsen an der immergrünen Pfeffermyrte und gehören somit zu den Myrtengewächsen. Pfeffermyrte ist auf den Antillen heimisch und kann eine Höhe von bis zu zwölf Metern erreichen. Wegen der Ähnlichkeit zu Pfefferkörnern kam es zu den irreführenden Bezeichnungen, die sich bis heute gehalten haben. Innerhalb der Pimentbeeren befinden sich zwei Hohlräume, die jeweils ein Samenkorn enthalten.

Entdecker des Gewürzes ist, wie könnte es anders sein, Christopher Columbus. Als er auf der suche nach Pfeffer war, der damals so viel Wert war wie Gold, fand er zunächst Pimentbeeren. Diese sahen dem gesuchten Gewürz so ähnlich, dass er sie verwechselte. Nachdem der Irrtum allerdings aufgeklärt war und die Entdecker tatsächlich Pfeffer fanden, sahen sie für Piment keine weitere Verwendung. Erst 200 Jahre nach Columbus‘ Tod fanden die aromatischen Beeren endlich ihren Weg nach Europa. Heute liegt das Hauptanbaugebiet für Piment in Jamaica, aber auch in Südamerika wird die Gewürzpflanze kultiviert. Vor der Entdeckung von Columbus wussten aber bereits die Azteken das Gewürz zu schätzen.

Der Geschmack von Piment ist einzigartig und ähnelt Muskat, Zimt und Nelke, ist aber auch würzig wie Pfeffer. Das intensive Aroma und der köstliche Geschmack entsteht vor allem durch das enthaltene ätherische Öl Eugenol. Echter Jamaika-Piment besteht zu 65 bis 90 Prozent aus dem ätherischen Öl, im Piment aus anderen Gebieten sind es lediglich zehn bis 15 Prozent. Dieses Video zeigt die Entstehung von echtem Jamaika-Piment-Pfeffer:

Die Azteken wussten jedoch nicht nur den guten Geschmack der Beeren zu schätzen. Sie verwendeten sie in ihrem Leib- und Magengetränk „Xocolatl“, um eine lindernde und heilende Wirkung, vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden, zu erzielen. Auch gegen Nervosität soll ein wenig Piment helfen, ebenso wie es sich positiv auf die Durchblutung auswirkt und als Blutdrucksenker verwendet werden kann. Des Weiteren wird den Beeren nachgesagt, sie seien hilfreich beim Abnehmen und ihre hohe Alkaloid-Konzentration helfe gegen Befindlichkeitsstörungen aller Art. Weitere in Piment enthaltene Wirkstoffe sind Cineal und Phenandren, beides wirkt Entzündungen entgegen, vor allem im Bereich der Schleimhäute. Außerdem wirkt Piment desinfizierend und regt die Produktion von Magensäure an. Die kleine Beere ist also ein wahrer Alleskönner und nicht nur lecker, sondern auch gesund!

Außerhalb der Naturheilkunde findet das Gewürz natürlich auch Verwendung in der Küche. In Deutschland findet sich Piment vor allem in Weihnachtsleckereien wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Gewürzmischungen für Wurst und in Kombination mit Wacholder und Lorbeer an marinierten Speisen, wie z.B. Sauerbraten. So entsteht ein typischer und unverkennbarer Geschmack. Natürlich lässt sich Piment auch vielseitiger nutzen und ist perfekt zur Verfeinerung von Wildgerichten, Suppen, Soßen und Eintöpfen geeignet. In der indischen und arabischen Küche wird Piment oft Gewürzmischungen für Curry zugemischt oder zum Würzen von Fleisch verwendet.

Das Aroma von Piment ist am besten, wenn man ganze Beeren kauft und diese vor der Verwendung frisch mahlt. Entscheidet man sich für fertig gemahlenes Pulver, sollte man dieses möglichst schnell aufbrauchen, da sonst das feine Aroma verfliegt. In beiden Fällen sollte das Gewürz kühl und trocken gelagert werden.

Falls Sie jetzt neugierig geworden sind und das Gewürz einmal in der heimischen Küche ausprobieren möchten, versuchen Sie es doch mit einer Fenchel-Frittata mit Linsen-Piment-Vinaigrette (Rezept) oder backen Sie einen klassischen Erzgebirgischen Weihnachtsstollen (Rezept). Oder lassen Sie sich vom Orient inspirieren und bereiten ein leckeres Jamaika-Curry mit Lammfleisch (Rezept) zu.  Auch bei Liebhabern des Desserts kann Piment verwendet werden, zum Beispiel für feines Pimenteis mit Pflaumen-Portwein-Sauce (Rezept).

Für alle Kochmuffel gibt es gute Nachrichten: Auf speisekarte.de können Sie nach Restaurants suchen, die Piment auf der Speisekarte haben. Guten Appetit!

Bild: TanteTati
Quelle: pixabay.com

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