Was isst man in … Polen

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Wer einmal das Land der tausend Seen betreten hat, der wird wissen, dass die Waage höchstwahrscheinlich mehr anzeigen wird, wenn man wieder zu Hause ist. Denn was viele Leute nicht wissen, die Gastfreundlichkeit ist in Polen ein A und O, wenn nicht sogar das Wichtigste für die Einwohner.  Vielen Leuten fällt es schwer „Nein“ zu sagen. Immer wieder lächeln einen die polnischen Köstlichkeiten an und man wird einfach nicht widerstehen können. Denn ein „Nein“ bedeutet, dass es nicht schmeckt. Und man möchte auf keinen Fall unhöflich sein. Deshalb kommen die Teller mit Essen wie am Fließband, wie es mir in meiner Gastfamilie passiert ist. Der Junge muss satt werden, das war die Intention. Das Grausame war, es hat auch noch geschmeckt.

Die Frage ist: Was essen die Polen?

Das polnische Volk ist keines Falls ein vegetarisches Volk. Nein – viel zu sehr lieben sie ihre Esskultur, welche auf Fleisch, Fleisch und nochmals Fleisch basiert. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es in einer Woche meines Schüleraustausches an jedem Tag Fleisch gab. Das Klischee der Krakauer zum Frühstück entspricht, obwohl das polnische Essen abwechslungsreicher ist als erwartet, leider der Wahrheit. In Polen isst man selten ein Marmeladenbrot zum Frühstück. Im Gegenteil – es gab jeden Morgen Bockwurst in verschiedenen Variationen. Frittiert, gebraten oder gebacken. Nach dem dritten Frühstück ging einfach nichts mehr. Ich bekam sogar einmal Pizza zum Frühstück. Da kann man sich schon mehr auf ein polnisches Mittag- oder Abendessen freuen, die eindeutig vielfältiger und leckerer sind.

Typische Gewohnheiten

Mir persönlich fiel auf, dass die Einwohner Polens sehr merkwürdige und für mich ungewohnte Essenszeiten einhalten. So wird das Mittagessen wie bei uns in Deutschland um 12 Uhr zu sich genommen, das Abendessen jedoch schon zwischen vier und halb sechs. Doch das ist natürlich noch nicht genug. Am späten Abend gegen halb 10 wird dann die Abschlussmahlzeit serviert.

Was die Polen sehr lieben ist das einnehmen von Mahlzeiten in großen, geselligen Runden. Dies ist meistens ein Familienessen oder ein Abendessen mit Freunden. Da in Polen sehr viel Wert auf die Familie gelegt wird, kommt kein Familienmitglied zu kurz. Somit gibt es mindestens zwei Mal in der Woche ein echtes Festmahl – höchstwahrscheinlich mit Fleisch.

Hinzu kommt die Vorliebe für Ketchup und Mayonnaise. Die beliebten Soßen gehören beinahe zu jeder Mahlzeit. Egal ob Pizza, Brötchen oder Käse, Ketchup und Mayo dürfen nicht fehlen, was bei einigen Kombinationen überraschend gut schmeckt.

Beliebte Speisen

Es ist natürlich nicht so, dass sich die Polen nur von Bockwurst und Schnitzel ernähren. Im Gegenteil, es gibt viele leckere nationale Spezialitäten. Zum einen wäre da Barscsz (Rezept). Der erste Anblick überzeugt das Auge nicht, doch der Geschmack macht das eindeutig wieder wett. Es handelt sich hierbei um eine klare tiefrote Suppe aus Rote Bete. An dieses Gericht kann ich mich nur zu gut erinnern, denn es war das Begrüßungsessen in der Austauschschule.

BigosDas wohl berühmteste Gericht ist der polnische Eintopf Bigos (Rezept). Es handlet sich um einen deftigen Schmoreintopf aus Sauerkraut und Weißkohl, mit mehrerlei Fleisch (Rind, Wild, Schwein) und verschiedenen Wurstsorten, mit Waldpilzen und Karotten, Pfeffer, Piment, Lorbeer und Tomatenmark. Das Mahl erinnert stark an eine gute deutsche Schlachtplatte mit Blut– und Leberwurst und Sauerkraut. Nach dem ersten Löffel war ich begeistert.

Nach all den Feinheiten sollte allerdings ein Gericht nicht vernachlässigt werden – nämlich Żurek (Rezept). Es handelt sich um eine säuerlich-würzige Suppe aus vergorenem Roggenschrot, mit Majoran und unterschiedlichen Zutaten wie gekochten Eiern, Knoblauch, Kartoffeln und Wurst. Durch den dominanten Geschmack des Majoran erinnert der Schmaus an eine deutsche Kartoffelsuppe. Der Unterschied ist jedoch, dass Żurek viel deftiger und würziger schmeckt. Da ich persönlich sehr gerne scharf und pikant esse, war diese Speise genau mein Ding.

Fazit

Im Endeffekt kann man sagen, dass Essen eine der Lieblingsbeschäftigungen der Einwohner Polens ist. Egal ob morgens, mittags, abends oder in der Nacht, man muss nie hungrig bleiben. Und das fasziniert mich an diesem Land so sehr. Auch wenn es von außen sehr verrückt und merkwürdig wirkt, die Erfahrung die ich gemacht habe war erstaunlich und mir hat alles dort geschmeckt. Natürlich ist diese Kultur für uns gewöhnungsbedürftig, doch trotzdem sehr interessant.

Wenn man noch zusätzlich auf die Fastfood-Branche eingehen möchte, wird einem auffallen, dass die Einwohner eine Vorliebe für Hähnchen haben. In Polen gibt es um einiges mehr KFC-Filialen als McDonald’s oder Burger King. Dennoch sollte man lieber die Hausmannskost probieren, als in Polen das Angebot der Fast Food Ketten zu nutzen. Natürlich kann man diese auch in Deutschland zubereiten und sich von den Aromen in der eigenen Küche oder in einem polnischen Restaurant überraschen lassen.

In diesem Sinne: Smacznego!

Bilder: ClkerFreeVectorImages & Jennifer Morrow
Quelle: pixabay.com

 

 

2 Gedanken zu „Was isst man in … Polen

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