Migas con uvas y chistorra

Was sind eigentlich…Migas?

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Migas sind ein traditionelles spanisches Gericht, das früher meistens von Bauern und Hirten gegessen wurde. Deswegen werden sie auch oft als „Migas del pastor“ genannt („Pastor“ heißt „Bauern“ auf Deutsch). Migas bedeutet „Krümel“, deshalb kann man schon ahnen, welche Zutat am wichtigsten bei diesem Gericht ist: Brot.

 Die Geschichte der Migas

Einige erzählen, dass das Gericht entstanden ist, als die Araber auf der Iberische Halbinsel waren und die Migas eine Variante des maghrebinischen Kuskus wären, aber andere behaupten, dass das Gericht ein reines Bauern- bzw. Hirtengericht ist.

Die spanischen Wanderhirten und Schäfer reisten damals mit ihrer Schafherde und ihrem Vieh durch Spanien. Häufig hatten sie nur einen Laib Brot und ein paar Fleischwürste bei sich und damit sollten sie weite Strecken zurücklegen. Am Anfang wurde das Brot normal mit den Fleischwürsten essen aber wenn es zu hart war (und nicht mehr schmeckte), zerkrümelten und mischten sie es mit Olivenöl oder tierisches Fett und Wasser und kochten es bis es weicher war. Um einen besseren Geschmack zu bekommen, fügten sie Knoblauch und die Fleischwürste hinzu.

Wo isst man denn Migas?

Migas werden in viele Orten Spaniens gekocht aber sie sind hauptsächlich typisch für Mitte-Süd Spaniens: Castilla la Mancha und León, Murcia, Andalusien, Extremadura oder Aragonien.

In jedem Gebiet wird das Gericht anderes zubereitet und serviert. Deswegen gibt es auch kein einziges Rezept. Einige Regionen benutzen Paprikapulver, damit das Gericht rot wird, in anderen Gebieten wird schon in der Pfanne der Speck oder Chorizo hinzugefügt.

Wenn man die einfachste Version kochen will, sollte man als erstes das harte Brot (von dem vorherigen Tag) in Wasser einlegen. Dann werden der Knoblauch und die feuchten Stückchen Brot in Olivenöl angebraten. Sobald das Brot goldbraun ist, ist es fertig. Das Brot ist der Hauptteil des Gerichts aber häufig wird eine süße oder herzhafte Beilage dazu serviert (je nach Geschmack und Region). Als herzhafte Beilage kann man z.B. Spiegelei, Longaniza (eine Wurst Art), gebratenen Chorizo, Paprika oder Sardinen reichen und als Süße Variante wird dazu oft Obst serviert, wie z.B. Trauben, Mandarinen oder Granatapfel.

Essen in der Gruppe genießen

Schon damals kochten oft mehrere Hirten und Schäfer zusammen. Jeder beteiligte sich an dem Essen mit einer oder mehreren Zutaten: Einer brachte das Brot, ein anderer die Fleischwürste, und wieder ein anderer den Wein und so genossen sie gemeinsam ein leckeres Essen und verbrachten eine schöne Zeit zusammen. Heutzutage haben die Migas unterschiedliche Rezepte aber das wichtigste beim Kochen ist immer die Gemeinschaft: es ist ein Gericht, das man mit der Familie oder Freunde teilt und genießt.

Rezepte Migas:

Zutaten (für 8 Personen):

  • 500 g hartes Brot in Stückchen geschnitten
  • 250 ml Wasser mit Salz
  • 200 ml Olivenöl (ca. 120 ml, zum Anbraten und ca. 80 ml, um die Migas anzudünsten)
  • 3 Chorizos
  • 5 Stück Speck (1cm dick)
  • 6 Knoblauchzehen
  • 1 trockene Paprika
  • 500 g Trauben

Zuerst verteilt man die Stückchen Brot auf einem großen Küchentuch und feuchtet diese mit Salzwasser an. Danach wickelt man sie mit dem Tuch ein und lässt sie ungefähr 1,5 – 2 Stunden liegen. Am besten wendet man das Tuch ab und zu, um die Feuchtigkeit besser zu verteilen.

In einer Pfanne brät man den trockenen Paprika, den Speck und den Chorizo bis alles goldbraun ist. Dann nimmt man die Pfanne vom Ofen und gibt alles auf ein Küchenpapier, um das überschussiges Öl zu entfernen. In dem übrigen Öl in der Pfanne wird später das Brot angebraten.

Wenn das Küchenpapier das Öl aufgesaugt hat, kann man den Paprika zermahlen und den Speck und Chorizo klein schneiden.

Jetzt wird es Zeit das Brot vorzubereiten. Den Knoblauch bei mittlerer Hitze in die Pfanne mit 80 ml frischen Öl anbraten. Dann fügt man das Brot hinzu und wendet dieses bis es locker und goldbraun geworden ist. Als nächstes muss man den Paprika, Chorizo und Speck und die Masse von dem Küchenpapier hinzugeben. Zum Schluss nur noch die frischen Trauben hinzufügen und fertig ist das Gericht.

Traditionell wird die Pfanne direkt auf dem Tisch gebracht und jeder Tischgast kann mit einem Löffel aus der Pfanne essen. Im Restaurant werden Migas oft in kleinen Pfannen oder Tontöpfen serviert. Meistens wird roter Wein zum Essen gereicht.

Migas außerhalb von Spanien

In Portugal werden auch Migas gegessen. In Alentejo (Region in Süd-Portugal) werden sie mit Weißbrot zubereitet, aber es gibt auch eine Version, die mit Kartoffeln gekocht wird (Migas de Batata). In der Region der Beira wird statt weißen Brot, Maisbrot benutzt und bei allen Varianten werden andere Zutaten wie Spargeln, Paprika oder Schweinefleisch dazu serviert. Der Hauptunterschied zu den spanischen Migas ist, dass Migas in Portugal als Beilage und nicht als Hauptgericht serviert werden.

In der mexikanischen Küche gibt es auch ein Gericht, das Migas heißt. Es handelt sich um ein typisches Frühstück, das aus einer Mischung aus Rührei, Mais Tortillas, Zwiebeln, Tomaten und Käse besteht. In Mexico City existiert sogar ein eigenes Migas Gericht: eine Knoblauch Suppe. Beide Gerichte haben jedoch nicht viel mit der spanischen Variante der Migas gemeinsam.

Bild: Tamorlan (CC BY-SA 3.0)

Schlemmerquiz-Auflösung (03.06.15): Wir wollten von euch wissen, was die Hauptzutat des spanischen Gerichts Migas ist. Die Antwort lautet “Brot”.

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