Die Geschichte des Backens

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Der Bäcker ist eine beliebte Anlaufstelle in jeder Mittags- oder Schulpause. Hier findet man eine riesige Auswahl an Broten, Brötchen, Gebäcken und Kuchen.

Überhaupt ist Deutschland bekannt für seine Backtradition und die vielen verschiedenen Brotsorten. Doch wer erfand überhaupt das Brot und seit wann ist es unentbehrlich auf unserem Esstisch?

Die Entwicklung des Brotes

Es ist ungefähr 10.000 Jahre her, dass der Mensch begann Getreide anzubauen. Dieses war jedoch nicht zur Produktion von Mehl gedacht, davon wusste man nämlich noch nichts. Die Früchte der Ähren wurden geröstet und im Ganzen gegessen. Schließlich begann man, die Körner zwischen zwei Steinen zu mahlen und anschließend mit Wasser zu vermischen. So entstand ein Mehlbrei, der lange Zeit als Grundnahrungsmittel fungierte. Wahrscheinlich war es eine Unachtsamkeit, die 4.000 Jahre später zur Entstehung des ersten Fladenbrots führte. Es wird vermutet, dass Mehlbrei auf einem Stein vergessen wurde, der in der Sonne lag. Der Brei trocknete und es entstand eine Art Fladen, die sehr beliebt wurden. Man musste sie allerdings sofort nach der Zubereitung verzehren, da sie im kalten Zustand hart wie Stein und somit ungenießbar wurden.

Ein weiterer Zufall führte um 1800 v.Chr. zur Entdeckung des Sauerteigs, nämlich das Liegenlassen eines Teigrestes. Dieser muss wohl gegoren sein und man stellte fest, dass das Brot durch die Gärung lockerer und aromatischer geworden war.

Diesem Phänomen konnte man allerdings erst sehr viel später auf den Grund gehen, nämlich 1676. In diesem Jahr wurde das Mikroskop erfunden. Es wurde festgestellt, dass Hefe die Stärke des Mehls zersetzt und dabei Kohlendioxid produziert. Jedoch verbraucht die Hefe hierbei einen großen Teil des Mehls, was wegen der Lebensmittelknappheit zur damaligen Zeit ein Problem darstellte. 1833 erfand der Chemiker Justus Liebig schließlich das Backpulver: Natron lockert in Verbindung mit Weinstein-Kaliumbitartat den Teig genauso auf wie die Hefe, verbraucht dabei aber kein Mehl. Zwar setzte sich das Backpulver nicht in der Herstellung von Brot durch, wurde aber zu einem wichtigen Bestandteil der meisten Kuchen- und Gebäckteige.

Unsere Backwaren

Im 18. Jahrhundert kam es noch einmal zu einer Revolutionierung der Backkunst. Durch spezielle Mahltechniken konnte sehr viel feineres Mehl hergestellt werden als bisher. Es wurden viele neue Rezepte in den Backstuben erfunden, wie zum Beispiel Mürbeteig und Biskuitteig. Dazu kam auch noch der fallende Zuckerpreis, der es ermöglichte, dass die Teige süßer wurden.

Heutzutage gibt es angeblich über 400 Brotsorten, jedoch kann die Vielzahl von Broten, Kuchen und Gebäcken kaum gelistet werden. Einige Backwaren sind regional oder saisonal gebunden, es gibt also einige gebackene Köstlichkeiten nur an bestimmten Orten oder zu einer bestimmten Jahreszeit, wie beispielsweise den Christstollen (Rezept), die Neujahrsbreze oder den Faschingskrapfen (Rezept).

Heutzutage ist es dank Wohlstand und einer Vielzahl an Bäckereien nicht mehr nötig, selbst zu Hause zu backen. Jedoch ist die Herstellung von Brot und Gebäck für viele ein entspannendes Hobby geworden. Die Kreationen werden immer ausgefallener und sind oft international inspiriert. Dass das Backen so viel Spaß macht, haben wir der leichten Beschaffung der Zutaten im Supermarkt um die Ecke und der vielen technischen Hilfsmittel zu verdanken. Viele Küchenhelfer und nützliche Back- und Kochutensilien kann man sich sogar ganz einfach im Internet bestellen, zum Beispiel bei Bosch.

Und das Backen hat natürlich nicht nur eine entspannende Wirkung und macht Spaß, sondern hat auch einen weiteren positiven „Nebeneffekt“: Wer freut sich schließlich nicht über einen leckeren Sonntagskuchen, eine ausgefallene Geburtstagstorte oder süße Kekse für zwischendurch?‘

Artikelbild: Wolf Helmhardt von Hohberg
Quelle: wikimedia commons

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