Wussten Sie schon … Kaugummi?

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Kaugummi kauen ist ungesund? Von wegen! Was Großmutter noch glaubte, hat sich längst als Trugschluss erwiesen – vorausgesetzt der Kaugummi ist zuckerfrei. Denn das Kauen von Kaugummis kann die Leistungen des Kurz- und Langzeitgedächtnisses um bis zu 35 Prozent steigern, berichteten englische Forscher der British Psychological Society bereits vor einigen Jahren. 25 Freiwillige wurden für die Studie in drei Gruppen aufgeteilt. Eine davon musste vor einem 25 Minuten langen Konzentrations- und Gedächtnistest Kaugummi kauen, ein anderes Drittel sollte lediglich Kaubewegungen machen und die dritte Gruppe tat gar nichts. Die Teilnehmer mussten sich Telefonnummern, Wörter und Bilder merken. Den größten Erfolg konnten die Kaugummi kauenden Testpersonen verbuchen. Die nicht kauende Gruppe bildete das Schlusslicht, während diejenigen, die Kaubewegungen machten, im Mittelfeld landeten.

Forscher gehen davon aus, dass beim Kauen öfter geatmet wird als im „Ruhezustand“ und noch dazu der Herzschlag verschnellert wird. Folglich steht dem Körper und damit dem Gehirn mehr Sauerstoff zur Verfügung. Daher kann man sich nicht nur besser konzentrieren, sondern eventuell auch leichte Übelkeit, wie sie häufig beim Reisen auftritt, bekämpfen. Natürlich wirkt das bei jedem Körper unterschiedlich stark.

Zurück zur Studie: Tatsächlich war der Herzschlag bei den „Kaugummikauern“ nach dem Test drei Schläge pro Minute schneller als bei den „Nichtkauern“. Bei den Personen, die das imaginäre Kaugummi kauten, war die Geschwindigkeit des Herzens um 1,5 Schläge pro Minute erhöht. Doch auch wenn Kaugummi kauen die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigert, sollte man es nicht übertreiben. Unter anderem der Zucker-Ersatzstoff Sorbit, der in den meisten Süßigkeiten enthalten ist, wirkt nämlich in größeren Mengen abführend. Er hilft aber auch dabei, den Stresspegel zu senken und so kleinere Ärgernisse im Alltag leichter zu überwinden.

Genug zum wissenschaftlichen Hintergrund, denn aus Kaugummi kann man auch Kunst machen! In der Londoner Szene gibt es einen Mann, der die Stadt verschönert, und zwar durch das Bemalen von Kaugummis, die durch Passanten in den Asphalt getreten wurden. Ben Wilson heißt der Street-Art Künstler. So einfach das vielleicht klingen mag, braucht Ben circa 10 Stunden, um ein Bild fertigzustellen (siehe Bild oben). Durch Erhitzung und die Benutzung von speziellen Acrylfarben gelingt es ihm, die Kaugummis zu verschönern. Mehr als 10.000 dieser Werke erschuf er auf Gehwegen in Europa, die meisten in London. Jedes seiner kleinen Kunstwerke versieht er selbstverständlich mit seinen Initialen – lesen kann man die aber nur, wenn man sehr genau hinsieht.

Vor allem bei älteren Generationen hält sich die Meinung, dass Kaugummi kauen ungesund ist, hartnäckig. Allerdings gibt es viele verschiedene Sorten von Kaugummi, die den unterschiedlichsten Zwecken dienen. Es gibt beispielsweise Kaugummis, die speziell zum Machen von Blasen gedacht sind (die so genannten „Bubblegums“), außerdem Sorten, die Hilfe bei der Zahnpflege leisten sollen. Nicht zu vergessen sind Sorten, die gegen Mundgeruch oder beim Nikotinentzug helfen. Des Weiteren gibt es spezielle Kaugummis, die zum Aufhellen von Zähnen benutzt werden. Aber das wohl nützlichste Kaugummi ist das medizinische aus der Apotheke, welches Reisekrankheit verhindert.

Leider greifen die Herstellerfirmen bei der Kaugummiproduktion oft auf viel Chemie und dem Verbraucher unbekannte Inhaltsstoffe zurück. Um das zu umgehen und jeden Inhaltstoff des eigenen Kaugummis zu kennen, kann man ihn einfach selbst machen (Rezept). Und das macht dann natürlich auch viel mehr Spaß!

Schlemmerquiz-Auflösung: Eine Skulptur welches Alltagsgegenstands befindet sich in Prag vor dem Theatergebäude der „Neuen Szene“ / „No scéna“? Antwort: Ein Kaugummi!

 

Bild: grahamc99 auf Flickr, CC BY 2.0

 

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