Kräuter- und Gewürzkunde … Dill

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Dill ist eine krautartige Pflanze, die bereits von den Ägyptern als Heil- und Gewürzpflanze verwendet wurde und wie Fenchel zur Familie der Doldenblüter gehört. Der östliche Mittelmeerraum ist das eigentliche Heimatland der Pflanze, welche im frühen Mittelalter nach Europa gebracht wurde. Neben dem Gartendill wie wir ihn kennen gibt es auch noch Indischen Dill, der ein etwas schwächeres Aroma hat, und Ackerdill.

Zum Würzen frischer Salate waren bisher hauptsächlich die frischen Triebe des Dills in Verwendung, die fedrig und zart aussehen und ein kräftiges herb-süßes Aroma haben. Neuerdings konzentriert sich die von Mai bis Juni stattfindende Ernte aber auch auf die essbaren Blüten, da diese in der modernen Küche unter anderem als Tellerdekoration sehr beliebt sind. Das Küchenkraut wird vor allem in der deutschen und skandinavischen Küche gerne verwendet. Meist benutzt man es in der Zubereitung von Salaten, Salatsoßen und Gurken.

Dill stellt keine großen Ansprüche und ist sehr leicht anzubauen. Er gedeiht an sonnigen oder halbschattigen Standorten auf lockeren kalkhaltigen Böden. Er braucht Feuchtigkeit, Staunässe verträgt er jedoch nicht. Dillkraut ist einjährig, das heißt, es müsste eigentlich jedes Jahr neu ausgesät werden. Die Mühe kann man sich jedoch sparen, wenn man einfach ein paar Dillpflanzen über das Beet verteilt stehen lässt. Die reifen Dillkörner säen sich dann selbst aus und wachsen im nächsten Jahr zu neuen Pflanzen heran.

Nach dem Ernten wickelt man den Dill am besten in ein feuchtes Tuch ein und legt ihn so in den Kühlschrank. Auf diese Weise bleibt das Kraut bis zu sieben Tage frisch. Für eine längere Aufbewahrung kann es aber auch eingefroren werden, wodurch es nicht an Aroma verliert, was beim Trocknen der Fall ist. Die Samen können allerdings auch getrocknet verwendet werden.

Als Gewürz ist Dill sehr vielseitig. Vor allem frischer gehackter Dill passt hervorragend zu Tomaten– Gurken- und Eiersalaten. Man kann ihn aber auch über Salzkartoffeln und Suppen streuen. Er schmeckt aber auch einfach auf einem Butterbrot. Die Blüten des Dills sind ein beliebtes Einlegegewürz für Gurken und Zwiebeln. Deswegen ist das Gewächs auch unter dem Namen „Gurkenkraut“ bekannt. Die Samen ähneln vom Geschmack her dem Anis und dem Kümmel und sind ebenfalls zum Einlegen aber auch als Kümmelersatz geeignet.

Doch dieses Kraut kann noch viel mehr. Schon die alten Mönche schätzten die Heilkraft und setzten Dill gezielt bei Blähungen, Magenkrämpfen oder Entzündungen ein. Besonders stillende Mütter sollten die Pflanze zu sich nehmen, denn das Gurkenkraut ist sehr förderlich für die Milchproduktion. Für Tee werden ein paar Gramm der Samen mit kochendem Wasser übergossen und nach sechs Minuten abgeseiht. Dieser hilft bei Blähungen, lindert Magen- und Darmkrämpfe und wirkt ebenfalls beruhigend auf einen nervösen Magen. Ein altes Hausmittel bei Schlaflosigkeit ist Dillwein. Ein Teelöffel voll Dillsamen wird mit einer Tasse erhitztem Weißwein übergossen. Der Dillwein muss eine kurze Zeit ziehen, wird anschließend abgegossen und schlückchenweise getrunken. So gelangt man ganz sicher ins Reich der Träume.

Aber zurück zur Kulinarik: Jeder gute Koch weiß, dass man mit Dill eine Vielzahl äußerst schmackhafter Gerichte zubereiten und genießen kann. Fischliebhaber werden besonders den knusprig gebratenen Lachs an Dill-Senfsoße (Rezept) lieben. Wer zudem eine Schwäche für Flusskrebse hat, sollte unbedingt die Bandnudeln mit Flusskrebsen und Dill (Rezept) ausprobieren. Selbst Fleischfanatiker können dank des vegetarischen Dillgemüses (Rezept) gut und gerne einmal auf Fleisch verzichten und trotzdem mit einem Lächeln vom Essenstisch aufstehen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren der Rezeptideen und einen guten Appetit!

Schlemmerquiz-Auflösung: Wir wollten von euch wissen, welche Gewürzpflanze häufig als „Gurkenkraut“ bezeichnet wird. Die Antwort lautet: „Dill“

Bild von green_blender via Instagram

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