Was isst man in… Namibia?

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Hallo/Tjike! Mein Name ist Benjamin. Da ich bereits zwei Mal für längere Zeit in Namibia beim Cheetah Conservation Fund, einer gemeinnützigen Organisation mit Auffangstation für verletzte oder problematische Geparden, zu Gast war, habe ich daher über dieses Land auch essenstechnisch einiges zu berichten.

Namibia ist ein Land der Gegensätze – nicht nur in Sachen Landschaft, sondern auch in Essensangelegenheiten. Während der fruchtbare westliche Teil des Landes an den Atlantik grenzt, wird es landeinwärts immer trockener bis zur Wüste, teilweise aber auch gebirgig. Trotzdem gibt es auch in den trockenen Gegenden durchaus Leute, die Landwirtschaft betreiben. Da die trockenen Flächen aber oft nicht genug für Pflanzen hergeben, setzt man eher auf expansive Viehhaltung.

Trotz der nicht besonders großen Bedeutung der traditionellen Landwirtschaft zählt Mais, insbesondere Maismehl, als so genanntes „Pap“ (einer Art Polenta) verarbeitet, zu einem der Grundnahrungsmittel. Hauptsächlich werden Rinder gezüchtet, aber auch Ziegen sind wegen ihrer Genügsamkeit geschätztes Vieh. Schweine hingegen sind nicht oft anzutreffen – sie sind vergleichsweise schwer zu halten und benötigen einen großen Stall, denn sie kommen mit der prallen Sonne in der afrikanischen Landschaft nicht besonders gut zurecht. Außerdem sind da auch noch die Raubtiere, welche schon von kleinen Nutztieren wie Ziegen nicht allzu einfach fernzuhalten sind. Nicht zuletzt wird aber auch viel Wild verzehrt. Fleisch von Antilopen wie etwa von Oryx, Eland oder des Kudu werden gerne gegessen, was nicht nur an ihrer Verfügbarkeit liegen dürfte. Bisweilen findet man auch in deutschen Tiefkühltheken Fleisch etwa vom Gemsbock – wer sich mal daran versuchen möchte, findet hier ein leckeres Rezept. Aber auch Zebra, Strauß und unüblichere Tiere wie Krokodile werden hin und wieder gejagt und gegessen. Zumindest in der Küstenregion, die vom Rest des Landes durch die Wüste Namib getrennt ist, finden sich auch häufig Krustentiere und Fisch auf dem Speiseplan – hier vor allem der Seehecht, welcher oft in Samosas verarbeitet wird und quasi an jeder Tankstelle mit Imbiss gekauft werden kann. Je weiter man sich aber in das Landesinnere begibt, desto seltener stehen Meeresfrüchte auf der Speisekarte.

Aufgrund der nicht immer sehr zuverlässigen oder gar überhaupt nicht verfügbaren Stromversorgung wird Fleisch auch heute noch meistens durch Trocknen konserviert. Traditionell entsteht dann das so genannte Biltong (Rezept), was in etwa mit dem in unserem Kulturkreis bekannteren Beef Jerky zu vergleichen ist, wenn auch der Geschmack würziger und das Fleisch oft zäher ist.

Wird das Fleisch jedoch zubereitet, haben es die Namibier gerne deftig. Neben dem Braai, dem Grillen von Fleisch über der Glut vom Holz des Kameldornbaums (Wurst ist hier eher unüblich, auch wenn mit der Boerewors – der „Bauernwurst“ – eine der Bratwurst ähnliche Variante existiert), kommt man aber auch in den Genuss von einem ordentlichen StewEintopf, dessen Fleisch über Nacht mariniert wird und in dem auch das zäheste Fleisch der wildesten Antilope gar und vor allem zart gekocht wird.

Eine besondere Spezialität unter den namibischen Speisen stellt sicherlich Omajowa dar, den die deutschen Einwanderer schlichtweg Termitenpilz nannten. Der Blätterpilz wächst nach Regenfällen nämlich auf Termitenhügeln, muss dort aber schnell geerntet werden, denn neben Insekten schmeckt diese Köstlichkeit auch Wildtieren wie beispielsweise Warzenschweinen. Er lässt sich auf vielfältige Art und Weisen zubereiten: man kann ihn grillen, frittieren, in eine Suppe einkochen oder sogar als Pizzabelag nutzen. Die Pilze messen hin und wieder sogar mehr als 40 cm im Durchmesser und wiegen bis zu einem Kilogramm. Solch große Exemplare kann man auch wie ein Steak anbraten.

Dazu wird viel getrunken – hauptsächlich natürlich Wasser, aber abends auch gerne mal Cider (Apfelschaumwein) oder ganz klassisch Bier. Die Brauerei in Windhoek hält sich bei der Herstellung übrigens an das deutsche Reinheitsgebot. Das hängt nicht zuletzt mit der Kolonialvergangenheit Namibias zusammen, die auch dazu geführt hat, dass Schweinebraten Einzug in die Küchen des Landes gehalten hat. Jetzt Lust bekommen, mal etwas Anderes auszuprobieren? Afrikanische Restaurants sind auf speisekarte.de natürlich genauso zu finden wie etwa spezifischere Wünsche, zum Beispiel Straußensteaks.

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