Eine kleine Geschichte der Speisekarte [Gastartikel]

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Die Speisekarte ist ein konstanter Begleiter: Sie begleitet uns bei jedem Restaurantbesuch, ist unser erster Zugang zu Speisen und Getränken und kommt immer wieder zu uns, wenn wir sie brauchen. All das extrem diskret und ohne ein Wort des Dankes. Grund genug für unseren Leser Robert Baumgartner, der sich einmal näher mit der überraschend langen Geschichte dieses unauffälligen Begleiters auseinandergesetzt und uns den folgenden Artikel zur Verfügung gestellt hat:

Der Urahn: Die Speisetafel

Ihren Ursprung nimmt die Speisekarte – oder zumindest das hinter ihr stehende Prinzip – in den Garküchen antiker Städte: Wandtafeln und beschriebene Holzbretter an Wänden, die die verschiedenen angebotenen Speisen beschreiben, gab es wahrscheinlich schon im alten Rom. Die ältesten wissenschaftlich gesicherten ‚Speisekarten‘ stammen jedoch aus den Städten Chinas zur Zeit der Song-Dynastie im 12.-13. Jahrhundert: Schon damals kehrten gestresste Händler am Abend noch in Garküchen und Straßenrestaurants ein, um sich Gerichte aus ihrer Heimat schmecken zu lassen.

Restaurant und Speisekarte: Eine Zwillingsgeburt

Im Europa der Neuzeit gab es Restaurants in dieser Form erst wieder ab dem frühen 18. Jahrhundert: Vor allem in Frankreich entwickelten sich Gaststätten, die nicht wie sonst üblich Gästen einfach das ‚Gericht des Tages‘ servierten, sondern eine Auswahl an nach Auftrag zubereiteten Speisen anbieten konnten. Diese Auswahl wurde wiederum auf einer kleineren Tafel an der Wand oder an der Tür ausgeschrieben – im Französischen ‚carte‘: „à la carte“ bedeutet also wörtlich „der Tafel zufolge“ und hatte mit der ‚Karte‘ ursprünglich nichts zu tun!

Im Zuge der Industrialisierung und der Herausbildung einer bürgerlichen Mittelschicht kam es ab der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts auch im Rest der Welt zur zunehmenden Verbreitung von Restaurants. Da es vor allem in gehobenen Restaurants nicht zum Ambiente beiträgt, wenn die versammelten Gäste zusammengedrängt an die Wand starren müssen, hat sich in dieser Zeit auch die heute bekannte Form der Speisekarte entwickelt.

Zwischen Kunst und Gebrauchsgegenstand: Speisekarten im zwanzigsten Jahrhundert

Nachdem die ersten Speisekarten noch recht spartanisch gestaltet waren, kam es im Lauf des zwanzigsten Jahrhunderts zu einer kreativen Explosion: Man erkannte das Potential, das in Speisekarten steckt: Sie sind meist der erste Gegenstand, mit dem sich Gäste nach dem Hinsetzen intensiver beschäftigen und gehen ebenso in den Gesamteindruck eines Restaurants ein, wie der Eindruck der Bedienung, die Beleuchtung oder das Mobiliar.

Vor allem in gehobenen Restaurants wurde die Speisekarte so zu einem wichtigen Teil einer detailverliebt gestalteten Erfahrung aus Farben und Texturen. Von Restaurantbesitzern oder kleinen Mikroverlagen gestaltete Edelspeisekarten aus handgeschöpftem Papier, die mit Gedichten und selbst gestalteten Illustrationen versehen sind, wurden selbst zu kleinen Kunstwerken.

Speisekarten 2.0?

Heute, im Zeitalter des Digitaldrucks, sind die meisten der kleinen Mikroverlage ausgestorben. Aber Speisekarten selbst sind noch lange nicht vom Tisch: Zahllose kleine Cafés, Imbisse und Restaurants beschaffen sich ihre Speisekarten heute aus dem Internet – zugegeben mit gemischten Ergebnissen. Einerseits werden viele Speisekarten aus der Retorte zum geringstmöglichen Preis produziert, denen man ihre lieblose Aufmachung direkt ansieht. Andererseits erlauben einige Onlineanbieter mit ausgefeilten Tools auch das Design von sympathischen und kreativen Speisekarten, die nicht nur eine exakte Übersicht über das Angebot von Speisen und Getränken geben, sondern auch Geschichten erzählen und Gäste einladen, sich im Restaurant wohl zu fühlen.

Wie der Weg der Speisekarte in Zukunft aussieht, lässt sich nur schwer sagen: Dass die Speisekarte völlig von Touchpads ersetzt wird, ist aber extrem unwahrscheinlich, dafür ist sie einfach schon zu lange unser Begleiter – und eben nicht nur ein Stück Pappe.

 

 

Vielen Dank an Robert Baumgartner für die Zusammenfassung und das  Verfassen des Artikels.

Ganz unabhängig von der Druckversion Ihrer Speisekarte gibt es auch Online-Lösungen, mit der Sie Ihre Speisekarte im Internet verwalten und vor allem auch verteilen können. Nutzen Sie Ihre Speisekarte am besten nicht nur auf Ihrer Homepage, sondern veröffentlichen Sie diese auch auch Facebook und in vielen weiteren Portalen. Sehen Sie sich dazu doch mal die kostenlose Lösung von speisekarte.de an, mit der Sie Ihre Speisekarte auch für Google durchsuchbar machen und in Facebook integrieren können.

Mehr Infos dazu finden Sie unter www.speisekarte.de/gastronomie/speisekarte_online

 

Bilder: Ancient Bar, Pompeii von Daniele Florio; Delmonico menu April 1899
Quelle: Wikimedia Commons

Bild: Speisekarte Kachelofen
Quelle: www.online-druck.biz/

2 Gedanken zu „Eine kleine Geschichte der Speisekarte [Gastartikel]

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