Was ist eigentlich … Ramadan?

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Zur Abwechslung beschäftigen wir uns einmal nicht mit dem Thema Essen, sondern mit dem genauen Gegenteil: Fasten. Momentan befinden wir uns im neunten Monat des islamischen Mondkalenders, besser bekannt als Ramadan, und das bedeutet für gläubige Muslime zwischen Sonnenauf- und -untergang nicht essen, nicht trinken und nicht rauchen.

Fällt der Fastenmonat, wie in diesem Jahr vom 9. Juli bis zum 7. August, auf die Sommermonate, wird er zu einer echten Herausforderung. Nicht nur, dass man über den Tag nichts trinken darf. Auch das Frühstück vor Sonnenaufgang und das Abendessen nach Sonnenuntergang verlangen ein gutes Zeitmanagement.

In muslimischen Ländern wird dies schon am frühen Morgen unterstützt. Dort werden die Menschen vor Sonnenaufgang mit Trommelschlägen von der Straße geweckt und zum Suhur (Frühstück) gerufen. Dieses sieht in den meisten Fällen nicht anders aus als außerhalb der Fastenzeit. Je nach Region wird Foul, eine Art Bohnenpürree, (Rezept) mit Joghurt und Brot (Ägypten) oder mit Hummus (Rezept) und Rührei (Syrien) gegessen. Auch Reste des Abendessens kommen noch einmal auf den Tisch. Da hierzulande der Tagesablauf nicht durch verkürzte Arbeitszeiten an den Ramadan angepasst wird, ist es für deutsche Muslime wichtig, früh viel Flüssigkeit (Wasser oder Tee) und ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich zu nehmen, die lange sättigen. Dafür bieten sich Müsli, Obstsalat oder – für alle, die es etwas süßer mögen – Assida, ein tunesischer Frühstücksbrei, (Rezept) an.

Bekannt ist der Ramadan auch für seine üppigen Abendessen (Iftar). Das Fasten wir nach Sonnenuntergang üblicherweise mit Datteln gebrochen. Es folgt eine Suppe – auch hier gibt es von Land zu Land verschiedene traditionelle Rezepte, z.B. Harira (Rezept) in Marokko, orientalische Linsensuppe (Rezept) im Nahen Osten und Ägypten oder Shurba (Rezept) in Algerien. Der Hauptgang besteht aus allen möglichen Speisen. Zum Nachmachen bieten sich z.B. gefüllte Weinblätter (Rezept), eine Spezialität aus dem vorderen Orient, persisches Safranhuhn (Rezept), türkischer Bulgursalat (Rezept), marokkanisches Hähnchen (Rezept), palästinensische Maqluba (Rezept) oder ägyptisches Koshari (Rezept) an.
Typische Getränke sind u.a. Ayran (Rezept), welcher in der Türkei und im Vorderen Orient getrunken wird, oder nordafrikanischer Pfefferminztee.

Zum Nachtisch gibt es Süßes. Im Vorderen Orient und Nordafrika isst man beispielsweise Revani (Rezept), eine Art Grieß-Sirup-Kuchen, oder Baklava (Rezept). Auch gefüllte Datteln (Rezept) sind sehr beliebt. In der Türkei gibt es Sütlac (Rezept), einen Reispudding. Zum Abschluss gibt es in der Regel Kaffee.

Wichtig ist insgesamt auf eine ausgewogene, fettarme, ballaststoff- und eiweißreiche Ernährung zu achten, um gerade jetzt die warmen Tage während der Fastenzeit gut zu überstehen. Viel Obst und Gemüse versorgt den Körper zusätzlich mit wichtigen Vitaminen.

Beendet wird der Ramadan mit dem sogenannten Zuckerfest. Wer es nicht mehr abwarten kann, hier ist der ultimative Countdown. Also durchhalten!

Auch essen gehen ist während des Fastenmonats möglich. Dabei ist darauf zu achten, dass die angebotenen Speisen halal und damit nach islamischen Recht erlaubt sind – schauen Sie einfach mal nach einem entsprechenden Restaurant auf speisekarte.de.

Bild: Blaue Moschee während des Ramadan Cem Topçu
Quelle: Wikimedia Commons

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