Wussten Sie schon…Pferdefleisch

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Aus aktuellem Anlass erscheint heute ein Artikel zum heiß diskutierten Pferdefleisch. Durch die Skandalmeldungen in den letzten Wochen, sind viele von uns verunsichert, geschockt oder einfach nur fassungslos. Manch einer hat sich bis dato vielleicht auch noch gar nicht mit dem Thema Pferdefleisch und dessen Verzehr auseinandergesetzt. Seit jedoch Anfang Februar 2013 die Berichte über nicht deklariertes Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten durch die Medien  gehen, ist ein Anlass gegeben, sich mit der Thematik genauer auseinanderzusetzen.

Unsere  Vorbehalte gegenüber dem Genuss von Pferdefleisch sind zum einen meist von emotionaler Natur und liegen zum anderen weit in der Geschichte zurück. Die ersten Verbote Pferdefleisch zu essen, tauchen schon frühzeitig im asiatischen Gebiet auf. In Vorderasien  hat man den Verzehr von Pferdefleisch untersagt, um Rindfleisch als Nahrungsmittel zu  fördern.  Rinder haben, durch ihren geringeren Bewegungsdrang die ohnehin kargen Böden weniger stark zerstört und konnten das mangelhaft vorhandene Futter durch Wiederkäuen besser verwerten. Pferde sollten nunmehr zu Reitzwecken gezüchtet werden, ein Verbot sollte dies gewährleisten.

Im Jahre 732 wurde durch den Papst ein christliches Verbot zum Verzehr von Pferdefleisch verhängt. Die Speise galt als unrein, verabscheuungswürdig und vergifte zudem das Blut.  Das Verbot hatte einen politischen Hintergrund, denn im selben Jahr gelang es einem fränkischen Heer, mit Rittern zu Pferd, in Spanien eingefallene Muslime zu besiegen. Somit bekam das Pferd einen höheren Stellenwert und avancierte zum Kriegsinstrument in Europa.

Bis heute halten sich hartnäckig die Vorurteile gegen den Verzehr von Pferdefleisch und werden durch kürzlich bekannt gewordene Skandale  nicht „verbessert“. Dabei wissen viele nicht, dass Pferdefleisch vieles zu bieten hat und aus ernährungsphysiologischer Sicht einen echten Mehrwert darstellt.

Eine Reihe von positiven Eigenschaften macht Pferdefleisch  zu einem interessanten Nahrungsmittel.  Mit einem sehr geringen Fettanteil von 2 – 4 % ist Pferdefleisch sogar noch fettärmer als Geflügel oder Kalb. Der Cholesteringehalt von  60 mg auf 100g ist auch sehr gering  und eignet sich damit gut zum Vorbeugen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  Weiterhin kann Pferdefleisch auch mit seinem hohen Proteingehalt punkten (ca. 20 g auf 100g), und ist damit gut für Menschen mit einem hohen Energiebedarf geeignet. An der dunkelroten Färbung des Fleisches kann man erkennen, dass es einen hohen Eisenanteil hat (ca. 4 – 5 mg je 100g). Dieser kann im Unterschied zu Eisen aus Pflanzen und Milchprodukten vom Körper direkt aufgenommen werden. Der hohe Calciumgehalt (dreimal so viel wie Rindfleisch) macht Pferdefleisch, besonders für Kinder, Jugendliche und Senioren äußerst interessant, da der Körper Calcium für den Knochenaufbau benötigt.  Außerdem ist Pferdefleisch  sehr vitaminreich und hat einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und ist damit alles in allem betrachtet, sehr für eine gesunde und figurbewusste Ernährung geeignet.

Pferdefleisch hat eine besondere Würze, und ähnelt am ehesten Wildfleisch. Kenner beschreiben das Fleisch als herzhaft-deftig, gelegentlich mit einem süßlichen Nachgeschmack. Je älter das Pferd ist, desto dunkler und auch zarter wird das Fleisch. Allgemein lässt sich sagen, dass Speisen mit Pferdefleisch zarter gelingen und die Garzeit im Vergleich zu Rind kürzer ist. Es gibt in Deutschland auch einige regionale Spezialitäten, die traditionell aus Pferdefleisch zubereitet werden, wie zum Beispiel der original rheinische Sauerbraten (Rezept). Gerne werden auch Rouladen mit Pferdefleisch (Rezept) bereitet . Für Liebhaber der italienischen Küche, eine Spezialität aus Pferdefleisch, die den Geschmack aus Bella Italia in die heimischen Gefilde bringt: Bandnudeln mit Pferdefilet in Mascarponesauce (Rezept). Für Bratenliebhaber mit einem verwöhnten Gaumen, dürfte das Rezept zu Pferde-Lenden-Braten mit schwarzem Pfeffer eine mögliche Alternative zum bekannten Rinder- oder Schweinsbraten sein.

Keine Pferdemetzgerei in Ihrer Nähe? Oder keine Lust selbst zu kochen? Dann schauen Sie doch mal auf speisekarte.de ob es ein Restaurant in Ihrer Nähe gibt, das Gerichte mit Pferdefleisch auf der Speisekarte stehen hat. Klicken Sie auf diesen Link und tragen Sie einfach noch Ihren Ort ein. Und für alle, die auch weiterhin nichts von Pferdefleisch halten: Nächste Woche gibt es dann wieder einen Artikel zu einem weniger pikanten Thema.

Zu guter letzt…die Auflösung von unserem Schlemmerquiz! Wir wollten von euch wissen, aus welchem Fleisch die italienische Edelsalami ursprünglich hergestellt wurde. Nicht sonderlich schwer, oder? Die richtige Antwort lautet: Eselsfleisch.

 

Bilder: T. Lessiak | Pferd im Rezetat
Quelle: Wikimedia Commons

2 Gedanken zu „Wussten Sie schon…Pferdefleisch

  1. Ein sehr interessanter Artikel, aufschlussreich.
    Wie heißt es so schön in der Heiligen Schrift?
    „Der Mensch wird nicht unrein durch das was er ißt, sondern durch das, was er spricht!“
    (Oder: Nicht durch das, was in den Mund hinein geht, als vielmehr durch das, was aus diesem heraus kommt)
    Grundsaetzlich ist es wohl besser und sinnvoller, wenn Pferde -vor ihrem seeligen Ende geschlachtet, als elendig mit des Tierarztes Hilfe gestorben werden um dann verscharrt – oder was noch mieser ist, beim Abdecker landen.

    Wir haben beim letzten Eikauf weiterhin die gute Lasagne (1kg 2,99) bei Lidl gekauft, nebst Cervelatwurst und Ros(t)bratwurst.
    Die Menge des verzehrten Fleisches ist ethisch, nicht die Sorte.

  2. Hallo!
    Es ist durch Wissenschaftler mehrfach bewiesen, dass Pferdefleisch „gesünder“, nährstoffreicher ist als beispielsweise Rindfleisch.
    Danke für den Artikel!
    Rainer

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