Wie isst man … Topinambur?

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Topinambur – ist das denn schon wieder so eine neuartige Wunderpflanze, die vielleicht auch noch tausende von Kilometern transportiert werden muss, um bei uns als Edelgemüse auf den Tisch zu kommen? Diese Frage lässt sich ganz einfach mit einem deutlichen und kräftigen „Nein“ beantworten.

Tatsächlich ist Topinambur eine Knolle, die in Deutschland bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts als Grundnahrungsmittel galt. Erst danach wurde sie von der Kartoffel aus deutschen Töpfen verdrängt. Im Anbau ist Topinambur, die übrigens zur Gattung der Sonnenblumen zählt, anspruchslos und gedeiht sogar auf nährstoffarmen Böden in sonnigen als auch in halbschattigen Standorten. Die oberirdische Pflanze verträgt Temperaturen bis zu -5°C, während die Knollen frostige Temperaturen bis -30° aushalten. Mittlerweile findet man Topinambur deshalb auch im Winter frisch geerntet wieder häufiger in den Regalen von Bioläden, ausgesuchten Supermärkten oder auch auf Wochenmärkten, und das vollkommen zurecht.

Die auch als Sonnenblumen-Artischocke, Erdbirne oder Indianerknolle – der Name Topinambur lässt sich auf einen Indianerstamm zurückführen – ist reich an den Vitaminen B1, B2, B6, C, D sowie Karotin und somit ein regelrechter Gesundbrunnen. Hinzu kommt, dass Topinambur, im Gegensatz zur kalorienreichen Kartoffel (70kcal/100g), nur 20 Kalorien pro 100g aufweist und deshalb gerne in der Diätkost verwendet wird. Auch für Diabetiker ist die Knolle sehr zu empfehlen, da das enthaltene Kohlenhydrat Inulin Insulin unabhängig ist.

Wie isst man aber jetzt Topinambur? Der Geschmack der Topinambur ist leicht nussig-süßlich. Aufgrund des hohen Wassergehalts erinnert die Topinambur beim Verzehr eher an Artischockenböden als an Kartoffeln. In der Küche ist Topinambur sehr vielseitig einsetzbar. Sie kann sowohl roh (Rezept Topinambursalat mit Jakobsmuscheln, gebratener Avocado, Petersiliennage), gebraten (Rezept Topinambur-Gratin mit Thymian-Parmesan-Kruste), gekocht (Rezept Kartoffel-Topinambur-Suppe mit Haselnüssen und Thymian), frittiert (Rezept Topinambur-Chips) sowie als Saft oder Sirup verwendet werden. Die sehr dünne Haut kann mitgegessen werden, sollte aber vor der Zubereitung gründlich gereinigt werden. Bei einer Temperatur von 1-2°C kann die Knolle mehrere Monate gelagert werden, bei höheren Temperaturen nur einige Wochen.

Weitere Verwendung findet Topinambur in der Zuckerherstellung, als Futtermittel oder auch zur Gewinnung von Bioenergie. Selbst als Bau- und Dämmstoff wird Topinambur derzeit versuchsweise eingesetzt. Der mit 90% deutlich größte Teil der in Deutschland produzierten Menge wird allerdings in der Schnapsbrennerei verarbeitet. Hierbei wird Topinambur übrigens als Obst deklariert, obwohl es aus ernährungsphysiologischer Sicht zum Gemüse gezählt wird.

Lust gekriegt auf Topinambur? Dann auf zum nächsten Bioladen oder rüber zu speisekarte.de und nachsehen, in welchem Restaurant in Ihrer Nähe Topinambur auf der Speisekarte steht. Guten Appetit!

Topinambur war übrigens die richtige Antwort auf die 87. Frage im Schlemmerquiz: Welche mit der Kartoffel nicht verwandte Knolle, wird auch als Erdbirne bezeichnet?

Bild: Sunroot Flowers von Paul Fenwick
Quelle: Wikimedia

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