Gewürzkunde: Anis

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestPrint this pageEmail this to someone

Was wäre die Weihnachtsbäckerei ohne Anis! Anis und Sternanis sind typisch aromatische Gewürze, die ihren süßlich-würzigen Duft in der Weihnachtszeit verbreiten. Jedoch muss man klar zwischen Anis und Steranis unterscheiden. Denn Anis und Sternanis sind botanisch gesehen, überhaupt nicht miteinander verwandt und unterscheiden sich auch optisch, wie man auf diesen Bildern gut sehen kann.

Anis ist eine kleine Strauchpflanze, die überwiegend in ihrer Heimat am Mittelmeer wächst, seit dem Mittelalter dank einiger Mönche aber auch nördlich der Alpen kultiviert wird. Das größte Anbaugebiet liegt hingegen im Süden Russlands. Aus den weißen, kleinen Blüten, die von Juni bis September blühen, werden von August bis Ende September die winzigen, zwei Millimeter großen Anissamen gewonnen. Sie haben eine dunkle, grau-grüne und matte Farbe. Nach der Ernte werden die Anissamen langsam getrocknet und sind so lange haltbar. Schon die Ägypter und die alten Römer wussten Anisbrot zu schätzen und Hexen im Mittelalter empfahlen Anis unter anderem als Schutz gegen böse Träume.

Bei Sternanis dagegen handelt es sich um die Frucht eines Baumes, der bis zu 20 Meter hoch wachsen kann. Er kam erst im 18. Jahrhundert aus Südchina nach Europa. Auch optisch haben beide Gewürze wenig gemein. Denn Sternanis ist – wie der Name schon sagt – eine sternförmige rotbraune Frucht, deren acht Samentaschen in Sternform angeordnet sind. Noch bevor die Früchte ganz gereift sind, werden sie geerntet und getrocknet. Sternanis ist in China ein viel verwendetes Gewürz, beispielsweise für Pekingente (Rezept), und wichtiger Bestandteil des Fünf-Gewürze-Pulvers, zusammen mit Fenchel, Cassiazimt, Gewürznelke und Szechuanpfeffer, das in der chinesischen Küche Schweinefleisch, Gans und Ente einen orientalischen Geschmack gibt.

In der Küche können Anis und Sternanis aber gegeneinander ausgetauscht werden, da der Geschmack und der Geruch beider Gewürze nahezu identisch sind. Grund dafür ist das bei beiden enthaltene ätherische Öl Anethol, das auch in Fenchel und der seltenen Süßdolde enthalten ist. Es ist für den unverkennbaren, süßlich-würzigen Geschmack, wie man ihn aus Lakritz kennt, verantwortlich.

Anis verleiht Lebkuchen, Pfeffernüsse, Honigkuchen, Anisplätzchen (Rezept), Anisbrot und Glühwein seinen charakteristischen, weihnachtlichen Geschmack. Man sollte Anisgebäck jedoch eine Woche ruhen lassen, bevor man es verzehrt, damit sich das feine Aroma besser entfalten kann. Anis passt aber auch hervorragend zu deftigen Speisen wie Rotkohl, Fisch oder Gurkensalat und erinnert dabei ein wenig an Kümmel. Der größte Teil der Anisernte wird allerdings für die Herstellung von Spirituosen und Likören, wie Ouzo, Raki oder Pastis, verwendet.

Anis und Sternanis haben neben ihrem feinen Duft und charakteristischen Geschmack obendrein noch eine heilende Wirkung gegen Bronchialerkrankungen und Bauchkrämpfe zu bieten. Ein heißer Tee aus Anis wirkt sowohl bei Husten schleimlösend als auch bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden krampflösend aus. Dafür muss man einfach einen Teelöffel Anis in eine Tasse heißes Wasser geben und zehn Minuten ziehen lassen. Gut zu wissen ist auch dieser kleine Tipp für Knoblauchliebhaber: wer nach dem Verzehr von den lästigen Geruch los werden möchte, sollte einfach auf ein paar Aniskörnern herumkauen, das vertreibt den ungeliebten Geruch schnell.

Sie haben jetzt auch Appetit auf feines Weihnachtsgebäck oder auf eine saftige Pekingente mit Anis? Dann suchen Sie doch auf speisekarte.de nach Anis und gehen in Ihrer Stadt essen!

Anis war übrigens die richtige Antwort auf die 82. Frage im Schlemmerquiz: Welches Gewürz wird sowohl für Lebkuchen und Pfeffernüsse als auch für die Herstellung von Ouzo und Pastis verwendet?

Schreibe einen Kommentar