Zimt

Gewürzkunde: Zimt

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Ein feiner, weihnachtlicher Duft liegt in der Luft und verbreitet gute Laune und Entspannung. Zimt findet vor allem an den Tagen vor und um Weihnachten wieder viel Verwendung. Aber Zimt eignet sich nicht nur für Zimtsterne (Rezept) , Kuchen, Plätzchen und Süßspeisen. Zimt wird im Orient auch zum Würzen von deftigen Fleischgerichten und Eintöpfen verwendet, vor allem in der indischen Küche. Doch woher stammt Zimt und wie wird er eigentlich angebaut?

Zimt ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Schon seit mindestens 4000 Jahren wird Zimt als Gewürz verwendet. Auch die alten Ägypter nutzten Zimt 1600 v. Chr. als feines Gewürz und Heilmittel. Schon damals unterschied man zwischen den zwei gängigsten Sorten: Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt.
Im Mittelalter gelangte das äußerst wertvolle Gewürz dann über die Gewürzstraßen nach Europa. Durch die zahlreichen Zwischenhändler und die langen Transportwege war der Zimtpreis in dieser Zeit extrem hoch und für die meisten Leute unerschwinglich. Anton Fugger, einer der reichsten Menschen der Geschichte, demonstrierte 1530 seinen Reichtum vor Karl V., indem er seine Schuldscheine ihm gegenüber in einem Feuer aus Zimtstangen verbrannte. Erst im 17. Jahrhundert, mit der Einfuhr vieler anderer Kolonialwaren, wie Kaffee, Zucker oder Kakao, sank der Preis für Zimt erheblich.

Zimt stammt ursprünglich aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka und von der Ostküste Indiens. Dort wird der Zimt aus der Rinde von Zimtbäumen gewonnen. Diese wird abgezogen, in Matten eingerollt, fermentiert und nach ein bis zwei Tagen gesäubert und in der Sonne getrocknet bis sie sich zu Röhren zusammenrollt. Von diesen röhrenförmigen Zimtschichten werden dann bis zu zehn Schichten zu einer Zimtstange ineinander geschoben.

In Europa wird überwiegend der etwas günstigere und schärfere Kassia-Zimt aus Südchina verwendet. Vor allem in Fertigprodukten und Gebäck kann man diese Zimtart finden. Der feinere und aromatischere Zimt aber ist der Ceylon-Zimt aus Sri Lanka, der vom „Echten Zimtbaum“ gewonnen wird. Die Qualitätsunterschiede erkennt man besonders an den ungemahlenen Zimtstangen. Während die Stangen des Ceylon-Zimt aus bis zu zehn hauchdünnen, ineinandergeschobenen hellbraunen Schichten bestehen und eine Rolle bilden, erkennt man den billigeren Kassia-Zimt an einer dunkleren, rötlichen Färbung und einer dickeren einzelnen Rindenschicht, die sich von beiden Seiten zusammenrollt. Je dünner also die Schicht, desto feiner ist das Zimtaroma.

Verschiedene Zimtarten – Links Cassia-Zimt, Rechts Ceylon-Zimt

Dem Zimt wird zudem eine heilende Wirkung nachgesagt. Die krampflösende und entzündungshemmende Wirkung soll gegen Magenschmerzen aber auch gegen Bluthochdruck, Diabetes und Erkältungen helfen.Der Kassia-Zimt enthält jedoch einen großen Anteil Cumarin, was gesundheitsschädigend ist. Dieser Inhaltstoff kann bei übermäßigem Verzehr von Zimt zu Schäden und Entzündungen der Leber, Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Daher wird empfohlen für zu Hause den etwas teureren Ceylon-Zimt zu verwenden, am besten ungemahlen, dann hält sich sein feines Aroma besonders lange.

Zimt wird vor allem in der Weihnachtszeit als beliebtes Gewürz von Lebkuchen (Blog), Plätzchen, Süßspeisen wie Milchreis oder Apfelstrudel, und Glühwein (Rezept) verwendet. Im Orient und Asien wird Zimt aber auch zum Würzen von Fleischgerichten, wie beispielsweise Indisches Butterhuhn (Rezept),  und Curry verwendet.

Und, macht sich schon Weihnachtsstimmung breit? Dazu passen doch leckere Süßspeisen oder auch indische Eintöpfe. Einfach bei speisekarte.de nach einem Restaurant in Ihrer Nähe suchen und sich mit Zimtgerichten verwöhnen lassen.

Zimt war übrigens die richtige Antwort auf die 38. Frage im Schlemmerquiz:
Welches weihnachtliche Gewürz wird aus der Rinde eines Baumes gewonnen?

Bild: Cinnamon Variaties – Robin von Robin (Niederlande)
Quelle: Wikimedia Commons

4 Gedanken zu „Gewürzkunde: Zimt

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