Wie isst man ... ?

Wie isst man an Weihnachten in Europa? II.

Nach dem ersten Teil gestern geht jetzt unsere Weihnachtsreise durch die Küchen Europas weiter. Schon Essensideen gesammelt? Lassen Sie sich ein weiteres Mal von unserer kulinarischen Weihnachtstour durch Europa inspirieren!

Was isst man wo

„Il-Milied it-Tajjeb“ auf Malta?: Hier kommt alljährlich der Truthahn und die Timpana, überbackene Nudeln, auf den Tisch. Während der ganzen Weihnachtszeit darf die Schokolade auf dem sonnigen Malta nicht fehlen. Die Mitternachtsmesse, die bei den streng gläubigen Maltesern eine große Rolle spielt, wird übrigens an diesem Abend von Kindern gehalten.

„God jul“ in Norwegen?: Das „Julebord“, ein großes Festessen, besteht aus bis zu 60 Gerichten und wird mit Weihnachtsbier „Juløl“ gereicht. Ein Gericht ist unter anderem der eingelegte, gesalzene Dorsch „Lutefisk“ oder der traditionelle Reisbrei. Nach dem Essen findet man sich um den Weihnachtsbaum ein, fasst sich an den Händen und tanzt und singt um den Baum herum.

„Frohe Weihnachten“ in Österreich?: Zu Weihnachten gibt es in Österreich meist Karpfen oder teilweise auch Gans, aber auf keinen Fall dürfen die Vanillekipferl, beliebtes österreichisches Gebäck, fehlen. Die Kinder schreiben ihre Wunschzettel direkt an das Christkind, nach Christkindl, einem österreichischen Ort.

„Wesołych Świąt“ in Polen?: Der Heiligabend ist auch in Polen der wichtigste Weihnachtstag. Die Polen essen traditionell Suppe, Fisch, vor allem Karpfen, und Gebäck. Laut einer polnischen Legende können Tiere in der Weihnachtsnacht vom 24. auf den 25. Dezember für einige Stunden sprechen.

„Feliz Natal“ in Portugal?: An Weihnachten kommt die ganze Familie zusammen, um gemeinsam Bacelhau (getrockneter Fisch), Kartoffeln und Kohl, „bolo rei“ – eine Art Weihnachtsstollen und andere Süßspeisen zu essen. Wer in dem „bolo rei“ eine Münze findet, muss im nächsten Jahr den Königskuchen kaufen.

„Crăciun fericit“ in Rumänien?: Bis zum großen Festmahl am Abend des „Mos Ajun“ fasten die Rumänen, um sich dann vorwiegend mit Schwein wieder zu sättigen. Eine Spezialität sind die Kohlrouladen mit Polenta, gereicht mit einem starken Hausbrand namens „tzuika“.

„God jul“ in Schweden?: Ein besonderer Tag in der Julzeit, der Adventszeit, ist bei den Schweden schon gefeiert worden: das Luciafest. Doch Heiligabend ist auch hier der wichtigste Weihnachtsfeiertag. Bei den Schweden gibt es Smörgåsbord, das schwedische Weihnachtsbüfett mit Weihnachtsschinken, Salat, verschiedene Fischarten, Kartoffeln und Julkorv, eine Art Bratwurst.

„Veselé vánoce“ in der Slowakei?: Wenn der Abend anbricht und es dunkel wird beginnt das Festmahl zu Weihnachten in der Slowakei. Zu Essen gibt es Pilzsuppe, Fisch, Sauerkraut und Gebäck. Nach dem reichhaltigen Abendschmaus gehen die Familien gemeinsam in die Mitternachtsmesse.

„Vesel božič“ in Slowenien?: In Slowenien beginnt das Weihnachtsfest bereits am 13. Dezember mit einem großen Festmahl, das den Beginn der Fastenzeit darstellt, und dauert bis zum 2. Februar an. Eine wichtige und lange Tradition geht auf das Weihnachtsbrot zurück, dem magische Kräfte nachgesagt werden.

„Feliz Navidad“ in Spanien?: In der „Nochebuena“, der Weihnachtsnacht, trifft sich die ganze Familie zum Truthahn essen. Geschenke gibt es allerdings erst am 06. Januar, einen Weihnachtsmann kennen die Spanier nicht. Zum Nachtisch isst man den „Roscón de Reyes“, einen Germteigkranz mit kandierten Früchten und einem Königsfigürchen. Wer dieses findet, dem wird im neuen Jahr viel Glück widerfahren.

„Veselé vánoce“ in Tschechien?: Auch hier gibt es den klassischen Weihnachtskarpfen mit Kartoffelsalat und Weihnachtsstriezel, wobei jede Familie den Karpfen nach eigenem Familienrezept zubereitet. Ein alter Brauch besagt, dass man sich die Schuppen des Karpfen in seinen Geldbeutel stecken soll, dann habe man das ganze Jahr über ein volles Portemonnaie.

„Boldog Karácsonyt“ in Ungarn?: Auch in Ungarn wird der Luciatag am 13. Dezember gefeiert, unter anderem mit Bleigießen und anderen Spielen. An diesem Tag fängt man an einen Stuhl zu bauen, der bis Weihnachten fertig sein soll. Eine ungarische Weihnachtsnascherei sind Bejgli, Teigrollen mit einer Mohn- oder Walnussfüllung. An Heiligabend gibt es Fisch und Pute.

„Καλά Χριστούγεννα“ in Zypern?: Das zypriotische Weihnachten ist durch die Griechen und deren Kirche stark beeinflusst. So feiert man auch hier erst am 6. Januar Epiphania. Dazu gibt es einen mit Kastanien befüllten Truthahn. Doch gegessen wird auch schon am 24. und 25. Dezember und zwar ohne Fleisch, denn die Fastenzeit dauert noch an. Es gibt dafür viele süße Naschereien.

Das war’s zum Zweiten mit unserer Kulinaria-Reise quer durch Europa. Heute auf den Geschmack gekommen? Dann probieren Sie doch an Weihnachten eines dieser Gerichte zu Hause aus oder lassen Sie sich im Restaurant bekochen. Auf speisekarte.de finden Sie Restaurants, die Weihnachtsgerichte anbieten.

Mit diesem Artikel bedanken wir uns bei all unseren fleißigen Blog-Lesern und wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und eine leckere Weihnachtszeit!

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