Wie isst man ... ?

Wie isst man an Weihnachten in Europa?

Advent, Advent das Essen brennt! Weihnachten steht vor der Tür und damit auch die Zeit der Familienfeiern und Festessen. In Deutschland ist es ja üblich, die Geschenke am 24. Dezember auszupacken. Die beliebtesten deutschen Weihnachtsgerichte zu Heiligabend sind – je nach Region – Karpfen und Gans. Und wie isst man in anderen Ländern Europas?

Wir haben uns hierfür einmal die 27 EU-Mitgliedstaaten herausgepickt und deren weihnachtliche Essgewohnheiten und Bräuche näher unter die Lupe genommen: Los geht’s mit dem ersten Teil:

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„Zalig Kerstfeest“ in Belgien: Angelehnt an die französische Tradition wird am Weihnachtsabend gefüllte Pute und Bûche de Noel, ein weihnachtlicher Schokoladenkuchen, gegessen. Jedes Jahr werden im „Land der meisten Biere“ zahlreiche Weihnachtsbiere gebraut, wie zum Beispiel „La Mère Noel“

„Весела Коледа“ in Bulgarien: Einen Monat vor Weihnachten beginnt hier die fleischlose Fastenzeit. An Heiligabend wird ein Festmahl mit neun Speisen aufgetischt, vorwiegend mit Bohnen, Kohl, Wein, Reis, gefüllten Paprika, eingelegten Gemüse, Nüssen, Äpfeln, Honig und Brot. Außerdem hat jeder am Tisch eine Nuss auf seinem Teller liegen, deren Inhalt verrät, was das kommende Jahr bringt.

„Glædelig jul“ in Dänemark: Zu Essen gibt es am Weihnachtsabend Schweinebraten, Ente oder Gans mit Kartoffeln und Rotkohl. In Dänemark sind aber vor allem die Weihnachtsfeiern in Schulen und Firmen und der 13. Dezember, dem Luciatag, besondere Feste im Dezember. Das Weihnachtsfest selbst feiert man sehr ruhig mit der Familie in der Kirche.

„Häid jõule“ in Estland: Traditionsgemäß ist ein Saunagang vor dem Weihnachtsessen in Estland Pflicht. Danach isst man dann Blutwurst und Sülze, Braten, Kohl, Kartoffeln und Brot. In der Vorweihnachtszeit werden alle Besen gereinigt, um den Hexen, die dreckige Besen bevorzugen, ihr Fluggerät zu nehmen.

„Hyvää joulua“ in Finnland: Auch hier gehört der Saunagang vor dem Essen für jeden Finnen dazu. Zu Essen gibt es in Finnland alljährlich den Weihnachtsschinken, einen Braten, serviert mit unterschiedlichen Aufläufen und Heringssalat. Von hier kommt übrigens der einzig wahre Weihnachtsmann, der auf dem Korvatunturi in Lappland leben soll.

„Joyeux Noël“ in Frankreich: Ganz traditionell kommt in Frankreich an „La Reveillon“ der Truthahn mit Maronen, die „Fois Gras“ (Gänsestopfleber) und der „Bûche Noel“ auf den Tisch. Dieser Baumkuchen in Form eines Holzscheits soll an den Brauch erinnern, einen Holzklotz zu verbrennen und dessen Asche über die Felder zu verstreuen, damit die Ernten im nächsten Jahr gut ausfallen.

„Καλά Χριστούγεννα“ in Griechenland: Ein Festmahl gibt es erst am 25. Dezember, da bis Heiligabend in Griechenland gefastet wird. Zu Essen gibt es meist Truthahn und Melomakarona, Honigkekse mit Sirup und Nüssen. Richtig gefeiert wird erst am 31. Dezember mit dem „Vassilopita“, dem Neujahrskuchen, in dem eine Münze eingebacken ist, die im nächsten Jahr Glück bringen soll.

• „Merry Christmas“ in Großbritannien: Am 25. Dezember, nachdem die Kinder ihre Geschenke am Morgen ausgepackt haben, isst man zu Mittag Rosenkohl, Bratkartoffeln und Truthahn. Zum Nachtisch gibt es Mince Pie, kleine mit getrockneten Früchten gefüllte Gebäckstücke, und den berühmten Plumpudding. In Großbritannien ist es Brauch Mistelzweige an der Tür aufzuhängen. Steht man unter einem dieser Zweige, darf man ungefragt geküsst werden.

„Nollaig Shona“ in Irland: Hier isst man, anders als in England, schon am Christmas Eve (24. Dezember) Krabben, Truthahn, Räucherlachs und Plumpudding. In der Nacht kommt dann Santa Claus mit seinem Schlitten und befüllt die Socken am Kamin. Zur Stärkung stellt man ihm eine Pastete mit einem Bier oder Whiskey bereit. Hoffentlich kann er sich auf seinem Schlitten halten!

„Buon Natale“ in Italien: Das Weihnachtsfestmahl besteht in Italien besonders aus Aal und Stockfisch. Danach essen die Italiener den Mailänder „Panettone“, eine Art Hefekuchen mit Rosinen. An Heiligabend werden als Zeichen der beginnenden Weihnachtsfeierlichkeiten von der vatikanischen Engelsburg aus Kanonenschüsse abgegeben.

„Priecīgus Ziemassvētkus“ in Lettland: Auf den üppig gefüllten Festmahlstisch kommen traditionell Blutwurst, Sauerkraut, Graupen, Bohnen und Erbsen und der landestypische „Pírági“, ein Speckkuchen. Wenn man an Weihnachten neun mal isst, so soll man laut Brauch im neuen Jahr reich und glücklich werden.

„Linksmų Kalėdų“ in Litauen: Am „Kucios“, dem Heiligabend, beginnt das Essen in Litauen, sobald der erste Stern am Himmel zu sehen ist. Dann werden zwölf fleischlose Speisen serviert, als Zeichen für die zwölf Monate im Jahr. Es gibt allen möglichen Fisch, Mohnmilchsuppe, Gemüse, Salate und Gebäck. Man muss traditionell von jedem Gericht probieren!

„a schéi Chreschtdeeg“ in Luxemburg: Bei unseren Nachbarn ist es üblich an Weihnachten Blutwurst mit Stampfkartoffeln und einer Apfelsauce zu essen. Geschenke gibt es hier aber auch schon am 6. Dezember vom „Klees’chen“. Der befüllt die Schuhe, die ihm die Kinder vor die Türe gestellt haben.

Hier geht es zu Teil II.

Bild: nemo
Quelle: pixabay

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